Architektur-Highlights in Kopenhagen

Die dänische Hauptstadt Kopenhagen hat auch architektonisch viel zu bieten. 

Foto shutterstock

Die dänische Hauptstadt Kopenhagen hat auch architektonisch viel zu bieten. 

Foto shutterstock

Es gäbe viel zu erzählen über die prächtigen Kulturbauten, die in den letzten Jahren in Kopenhagen entstanden sind. Über Jean Nouvels Konzerthaus oder das Schauspielhaus von Lundgaard & Tranberg. Aber Werner Frosch (im Bild) möchte einen anderen Aspekt in den Blickpunkt rücken.

Der Architekt liebt die Stadt vor allem wegen ihrer familienfreundlichen Atmosphäre und ihres Engagements in Umweltfragen. »Der sichtbarste Ausdruck dieser Haltung ist das Fahrradfahren, das von der Kommune durch den Ausbau exzellenter Radwege systematisch gefördert wird«, sagt er. Symptomatisch für den Boom ist eine 230 Meter lange Brücke, die sich über das innere Hafenbecken windet und ausschließlich Radlern vorbehalten ist: Die vier Meter breite »Cykel­slangen« (deutsch: Fahrrad­schlange) habe eine »große strategische Bedeutung innerhalb des Verkehrsnetzes, das Osten und Westen der Stadt mehr und mehr miteinander verbindet«, so Frosch. 

Cykelslangen: »Tag für Tag nutzen rund 12.000 Radler die zweispurige ›Fahrradschlange‹. Die vier Meter breite Brücke verläuft sieben Meter über dem Wasser. Bei Nacht ist sie durch integrierte Lichter beleuchtet: ein Design-Highlight.« Entwurf: Dissing & Weitling, 2014

Foto beigestellt

Auch beim nagelneuen S-Bahnhof  »Nørreport« sei es gelungen, infrastrukturelle und ästhetische Belange perfekt zu verknüpfen. Der Nahverkehrsknotenpunkt im Zentrum Kopenhagens präsentiert sich nach der Erneuerung als ein Ensemble eleganter Glaspavillons mit ausladenden Dächern. Die Anlage sei »ein großer Gewinn für die Stadt«, so der Architekt, »nicht zuletzt wegen der halb in den Boden versenkten Stellplätze für eine Unmenge an Fahrrädern«. 

Nørreport: »Der S-Bahnhof im Zentrum Kopenhagens ist der meistfrequentierte Verkehrsknotenpunkt Dänemarks.Die neue Station und der neu gestaltete Platz sind ein großer Gewinn für die Stadt.« Entwurf: Cobe, 2015

Foto beigestellt

Froschs dritter Favorit ist das Maersk-Gebäude, das den Panum-Komplex der Universität komplettiert. Mit  seiner kupfernen Hülle ist es ein echter Hingucker – und natürlich bequem mit dem Rad erreichbar.

Maersk-Gebäude: »Der Komplex verleiht dem nördlichen Campus der Universität eine neue Identität und wirkt sich positiv auf die Stadtentwicklung aus.« Entwurf: C.F. Møller, 2016

Foto beigestellt

Über Werner Frosch

Nach seinem Studium an der Technischen Universität München arbeitete der Architekt zwölf Jahre bei Henning Larsen Architects in Kopenhagen. Seit 2011 leitet er die Münchner Dependance von Henning Larsen und verantwortete etwa das Großprojekt Siemens Hauptverwaltung. www.henninglarsen.com

Aus Falstaff LIVING 03/16

Aus Falstaff LIVING 03/2016