Aperitivo-Siciliano: Der Lust-Macher

© Lisa Leutner

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Das Ritual des Aperitivo ist in Italien ein ganz selbstverständlicher Bestandteil des Lebens und nahezu in der DNA der Menschen verankert. Und der Auftakt zu einem schönen Abend soll so sein wie eine Ouvertüre für eine klassische Ballade. Der Aperitivo (vom Lateinischen »aperire« – öffnen) »öffnet« den Appetit (vom Lateinischen »appetitus« – Verlangen). Was hier vielleicht durch die Herkunft so nüchtern klingt, ist in Wirklichkeit eine sehr angenehme und ganz unaufwendige Form der Geselligkeit. Man hält inne, trifft sich mit Freunden, genießt feine Getränke und dazu kleine Köstlichkeiten, die nicht dazu gedacht sind, zu sättigen, sondern eben die Lust auf mehr anzuregen.

Das schöne alte Wort »Gaumenkitzler« wäre vielleicht angebracht, immerhin werden in vielen italienischen Bars oft nicht nur Chips oder Nüsse zum Apéro serviert. Die Arbeit des Tages ist geschafft, und es ist Zeit für kühle Drinks, die von kleinen, unkomplizierten Gerichten begleitet werden. Die Italiener sind jedenfalls Apéro-Weltmeister, und die »blaue Stunde« ist Pflicht im Sehnsuchtsland des Südens. Wer beispielsweise durch die Mailänder Bars flaniert, spürt, dass hier der Campari daheim ist. Der Erfinder des roten Bitterlikörs, Gaspare Campari, kreierte 1860 in Mailand das Getränk aus über 60 Ingredienzen. Chinin, Orangenschalen, Rhabarber, Ginseng und Granatapfel sind nur einige davon, die dem berühmten Getränk den unverwechselbaren Geschmack geben.

Einer der herrlichsten Aperitivi und gleichsam auch seit Langem der Inbegriff italienischer Lebensart wurde in Florenz erfunden. Ein italienischer Graf kehrte 1919 von seiner Abenteuerreise aus den USA zurück in die Stadt Michelangelos, in der damals gerade ein anderes Getränk groß in Mode war: der »Americano«. Diese Mixtur aus Campari, süßem Wermut und Sodawasser war dem Grafen, der Stärkeres gewohnt war, einfach zu schwach, und so kreierte der Barmann seiner Stamm-Bar »Casoni« für ihn eine kräftigere Variante aus Campari, Wermut und Gin. Der Drink wurde ein voller Erfolg. Der Name des Grafen? Camillo Negroni. Der Name des Cocktails? Natürlich »Negroni«.

Und genau diesem köstlichen Drink und der damit verbundenen Lebenskultur frönt man im »Pastamara – Bar con Cucina« des »The Ritz-Carlton, Vienna« jeden Tag zwischen 17 und 19 Uhr. In dieser Zeit werden beim Aperitivo-Stand auch typisch italienische Formaggi, Dips, Chips, Oliven sowie eingelegtes und rohes Gemüse serviert. Während des Aperitivo können kleine Pasta-Kreationen und Pizzen auf Kosten des Hauses probiert werden. Auch sizilianische Arancine, Antipasti, Salumi, Crudo di Mare und Fritto di Calamaretti sind Teil des Genussabends.

Für dieses Barkonzept wurde ein eigener Negroni-Trolley kreiert, handgefertigt nach den Vorstellungen des Teams aus dem »The Ritz-Carlton, Vienna«. Eine der Besonderheiten dabei: Es werden drei natürliche Essenzen zum Schnuppern in hübschen Parfüm-Flakons präsentiert: Kardamom (spicy), Zedernholz (smoky) und Orangenblatt (floral). Dabei kann aus drei Negroni-Varianten gewählt werden.

Über all dem wacht Roberto Cozzolino, der Barkeeper im »Pastamara – Bar con Cucina«. Cozzolino stammt aus Neapel, bereits in der Bar seiner Eltern unterstützte er seine Familie hinter der Theke und tauchte somit schon früh in die Barkultur ein. Danach sammelte er als Barkeeper hinter den verschiedensten Tresen Erfahrungen und widmete sich in Kursen vor allem den Themen »Flair Bartending« und «Mixology«. Ein Mann mit viel Know-how, der das »Pastamara – Bar con Cucina« schon bald zur besten Bar des Landes machen will.

ERSCHIENEN IN

Falstaff Spezial The Ritz-Carlton, Vienna
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  • Restaurant
    Pastamara – Bar con Cucina
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