Andrea Lonardi: Reorganisation statt Stillstand

Andrea Lonardi, COO Bertani Domains

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Falstaff: Wie geht‘s Gesundheitlich? Wirtschaftlich?
Andrea Lonardi:
Mir geht es halbwegs gut, keine weiteren großen Probleme. Der Wirtschaft geht es schlechter. Man hat derzeit keinen Grund, um glücklich zu sein. In den nächsten Wochen werden wir eine klare Einschätzung der Gesamtsituation abzeichnen können. Es gibt zwei Arten von Szenarien: einen kompletten Stillstand oder eine Re-Organisation. Ich versuche positiv zu bleiben – trotz der traurigen Krankheitssituation. Es ist schwer, aber wir blicken vorwärts.

Wie schaut der persönliche Alltag aus?
Ich bin heute den zweiten Tag wieder im Weingut (Bertani, Verona), davor war ich zwei Wochen daheim. Ich beginne langsam mich zu bewegen, bleibe aber im Veneto. Die Abfüllungen der Weißweine stehen an, da will ich dabei sein. Wenn alles gut geht, möchte ich innerhalb eines Monats wieder zu unseren Weingütern in Mittelitalien fahren und auch einen Tag mit Übernachtung einplanen.

Wie schaut es auf den Märkten aus? Gibt es Nachfragen?
Es geht ein Bisschen, nicht viel. Viele Kunden haben im Vorfeld gekauft, um einen Lagerbestand zu haben. Ehrlich gesagt sehe ich das Problem nicht bei der Logistik, da klappt alles. Die Gastronomie steht still, die macht für uns in Italien 60 Prozent aus. 90 Prozent, wenn man an Deutschland denkt, 95 Prozent in England. Was funktioniert ist der Einzelhandel. Er bleibt stabil, geht sogar leicht nach oben. Online explodiert. In Deutschland machte online bis dato knapp 1,5 Prozent des Marktes aus, hier gibt es einen bedeutenden Zuwachs.

Wie verlaufen die Arbeiten im Weinberg/im Keller; gibt es da genügend Helfer?
Es wird Probleme geben, wenn das so weiter geht. In knapp 20 Tagen wird sich der weitere Verlauf des Jahres abzeichnen. Vor allem bei den Arbeiten im Weinberg kann es knapp werden.

Wie kann die Krise bewältigt werden?
Indem man so positiv wie möglich denkt. Es zeichnet sich eine Änderung in der Arbeitsweise ab. Bei Gruppenarbeiten haben Chats eine sehr positive Auswirkung. Die Menschen trinken Wein, der Konsum wird meines Erachtens gleichbleiben, wenn nicht sogar wachsen. Wir trinken jetzt halt zu Hause und nicht mehr beim Apero auf der Piazza oder im Restaurant.

Gibt es in dieser Krise auch positive Seiten?
Die Betriebe können sich revidieren. Die Situation erlaubt es mir wichtige und tiefgründige firmeninterne Recherchen durchzuführen. Analysen von Stärken und Schwächen, um nur eine zu nennen. Am Ende muss man ja versuchen so gut wie möglich zu planen. Das fängt bei Unsicherheiten an und erstreckt sich über Faktoren wie Zahlen und Qualität.

Haben sie neue Initiativen kreiert, um den Weinverkauf anzukurbeln?
Da haben wir uns sofort bewegt und arbeiten dran. Derzeit versuchen wir unsere Partnerschaften und Synergien mit den Online-Plattformen zu intensivieren. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Figur des Export Managers in Zukunft wichtiger sein wird als je zuvor.

Viele sind jetzt zu Hause und entdecken die Schätze im Keller. Welcher Wein, den sie letzthin öffneten, hat sie begeistert?
Ein Assyrtiko von Gaia Wines aus Santorini: Er war vor allem eines: salzig. Das hat mir wiederum gezeigt, wie sehr wir das Konzept von Salzigkeit in unseren eigenen Weißweinen hervorheben sollten.

bertanidomains.com

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