Altbau vs. Neubau im Luxus-Segment

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Die Nachfrage nach Altbau ist und bleibt in Wien ungebrochen«, sagt Petra Teufelsdorfer, Managing Director beim Immobilienberater Colliers International. »Vor allem im Bereich der Luxusimmobilien sehnen sich die Kunden nach hohen Räumen, nach Flügeltüren und reichhaltigem Wand- und Decken­stuck.« Nicht zuletzt die schönen Entrées und Stiegenhäuser bieten den Käufern diesen optischen Luxus.

Eines der vielleicht pompösesten Altbau-Beispiele ist die Revitalisierung der ehemaligen K.K. Telegrafen Centrale am Börseplatz 1. Nur noch die schwarzen Lettern hoch oben am Mittelrisalit weisen auf die einstige Nutzung durch die Post hin. Doch bereits in zwei Jahren wird das 1873 errichtete, denkmalgeschützte Haus mit rund 40 Premium-Stadtresidenzen unterschiedlichster Größe aufwarten. Die Quadratmeterpreise bewegen sich im fünfstelligen Bereich. »Unsere Erfahrung ist, dass Käufer in diesem gehobenen Segment bereit sind, für einen Altbau mehr Geld in die Hand zu nehmen als für einen vergleichbaren Neubau«, meint Richard Buxbaum, Prokurist bei Otto Immobilien. »Luxuriöse Altbauten sind ein Synonym für das klassische, herrschaftliche Wien und sind tendenziell mit mehr Emotionalität und Besitzerstolz verbunden als neu errichtete Luxusimmobilien.« 

Wenig Raum für Kompromisse

Doch anders als noch vor rund dreißig Jahren, so Buxbaum, seien Käufer von Altbauten nicht mehr bereit, irgendwelche Kompromisse einzugehen. »Im Luxussegment muss das Gesamtkonzept stimmig sein. Die erwarteten Service-Leistungen beinhalten beispielsweise Concierge und Security. Und der Haustechnik-Standard samt Heizung, Kühlung und Lüftung muss dem eines Neubaus entsprechen.« 

Wie luxuriös Luxus sein kann, beweisen die Cotton Residences in der Neutorgasse 7, das Palais Principe am Hohen Markt, das Living Kolin am Schottentor, das Beatrix Spa in der Landstraße oder auch die Revitalisierung eines Gründerzeithauses in der Hofstattgasse in Wien-Währing. Die Liste an aktuellen Projekten ließe sich angesichts des prognostizierten Wien-Wachstums fast endlos fortsetzen. »Auch Neubauten haben ihre Vorteile. Sie sind effizienter geschnitten und bieten den gleichen Komfort auf geringerer Fläche«, so Daniel Jelitzka von JP Immobilien. 25 der insgesamt 75 Smart-Luxury-Wohnungen in seinem Vorzeigeprojekt N°10 in der Renngasse 10 seien bereits verkauft – Dinnersalon und eigener Concierge inklusive. 

Impressionen finden Sie in der Bilderstrecke: 

Keine Frage des Entweder-oder

Auch Christoph Kössler von der Amisola AG, die zur Karl Wlaschek Privatstiftung gehört, ortet in gewissen Zielgruppen eine verstärkte Nachfrage nach Neubauten. Sein jüngstes Projekt ist das »Fiftyfive« am Rochusmarkt. Von den 50 hochpreisigen Mietwohnungen sind bis auf drei bereits alle vergeben: »Neubauten mit niedrigen Raumhöhen haben zwar gewisse Nachteile, aber mit hochwertigen Materialien und einer zeitlosen Ausstattung macht man diese mehr als wett.« Dem vielleicht schönsten Neubau-Traum entspringt das »Garden of Eden« auf der Hohen Warte. Grigkar Immobilien errichtet hier fünf freistehende Häuser mit modernster Haustechnik, ökologischen Features und Blick ins Grüne. Die Mietpreise liegen zwischen 15 und 22 Euro pro Quadratmeter, die Eigentumswohnungen variieren zwischen 1,7 und 6 Millionen Euro. »Altbau oder Neubau ist keine Frage von Entweder-oder«, sagt Geschäftsführer Alexander Grigkar, der eigentlich auf historische Palais in der Innenstadt spezialisiert ist. »Beides wird nachgefragt, wenn die jeweiligen Stärken und Potenziale ausgeschöpft werden.«

Aus dem Living Magazin 04/2016 

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