In Wilhelm Weils Schatzkammer / Foto: Manfred Klimek
In Wilhelm Weils Schatzkammer / Foto: Manfred Klimek

Von seinem ersten Jahrgang Gräfenberg aus 1988 über das Erste Gewächs (1999–2011) bis zum Grossen Gewächs 2012: ­wunderbar komplexe Weine, die Zeit zum ­Reifen brauchen.

2012: Hellere Fassprobe, kühle Aromatik mit subtiler Frucht, sehr finessenreich, ­reine ­Primäraromen mit mineralischem Druck.

2011: Sehr klar, die Primäraromen stehen noch stark im Vordergrund, Pfirsich und Steinobst, auch Ananas, außergewöhnlich dicht und kraftvoll, schön mineralisch, helle Frucht, tanzend und lang, mit Potenzial.

2010: Filigranes Spiel, tanzende Säure, mineralisch mit zarter Kräuternote, fein ­gewebt mit feiner Frucht.

2009: Goldgelb, außergewöhnlich reif, dadurch dichte Würze und Karamell, gefolgt von Sahneeis, Kernen und einem Hauch Orange, geschliffener Nachhall, Kraft und Komplexität, die Eleganz bleibt trotzdem im Vordergrund, großes ­Potenzial.

2008: Strahlend helles Gelb, Würze mit etwas Noisette, Schmelz und Cremigkeit, ein Touch Grapefruit und Kerne, sehr salzig und mineralisch.

2007: Strahlende Finesse, feine Mineralik und Säure, elegante Stoffigkeit und dichte Komplexität, sehr schöne Tiefe, mit langem Abgang.

2006: Elegant, fein, mit rauchiger Frucht, man merkt ihm den etwas kleineren Jahrgang an, starke Säure und Kräuter.

2005: Dichtes Gelb, vollreife Frucht und überaus stoffig, ein Werk von Rubens-Charakter, mit einem Touch Exotik von Mango und Co., fasst die Stilistik von 2003 und 2004 zusammen, dichte Würze und unbändige Kraft, Mineralik und perfekte Säure, ­Potenzial.

2004: Eleganz vom ersten Schluck an, sehr animierend, lang und tanzend, filigran, ein echter Klassike, der großes Trinkvergnügen bereitet, derzeit fantastisch zu trinken.

2003: Stoff und Frucht, Substanz und Poten­­zial, körperreiche Aromenfülle, immer noch sehr fruchtgeprägt, durchaus angenehme Aromen von Bananen, trotzdem erhält eine feine Säure die Lebendigkeit und seine elegante Verspieltheit. Besonders bei diesem heißen Jahr merkt man Wilhelm Weils Affinität zur Mosel, ein großer Wurf.

2002: Dichtes Gelb, extraktreich mit intensiver Frucht, es fehlt ihm aber die Eleganz des 2001ers.

2001: Gelbgoldene Töne, viel Druck am Gaumen, gelbe Früchte, sehr extraktreich mit eleganter Säure und feiner Würze, animierend, strahlend und lang, ein
komplexer und großer Jahrgang.

2000: Goldgelb und überreif, Druck und Stoff, Ananas und exotische Früchte, jahrgangsbedingt zu dick und üppig.

1999: Dicht, intensiv, stoffig und kraftvoll, mit Druck am Gaumen, ein würdevolles Erstes Gewächs.

1998: Etwas blass mit einem Touch Petrol, es fehlt ihm an Balance und Harmonie.

1997: Ein Klassiker mit perfekter Reife und großer Eleganz, Datteln, reife Birnen und ein Hauch Orangen, raffinierte Würze, lang und saftig, ein charaktervoller Auftritt mit weiterem Potenzial.

1996: Schmelz und grüne Aromen von Äpfeln, nicht ganz so stoffig wie der 1995er.

1995: Karamell, Kraft, schöne Länge, Aromen von Birnen und Mandeln, ein schön
gewebter Stoff.

1994: Karamell, Äpfel und Quitten, knackige Säure, gute Balance, spätestens ab ­diesem Jahrgang spürt man die Kraft und Eleganz aus dem Gräfenberg.

1993: Karamell, elegante Stoffigkeit, leichte Anklänge von Dörrobst, lang und saftig.

1992: Äpfel, Birnen, Quitten, stoffige Struktur, Harmonie und Balance.

1991: Betonte Säure im Vordergrund, mineralisch und kräuterig.

1990: Ganz sanfter Druck am Gaumen, gelbe Frucht, Äpfel, Mandeln, mit sanftem Schmelz, aus dem hervorragenden Jahrgang hätte mehr herausgeholt werden können, Wilhelm Weil sagt selbst, hier habe er noch trainiert.

1989: Hell und klar, schöne Frucht, zarter und eleganter Wein, grüne Äpfel und ­Wiesenkräuter.

1988: Blass, leichte Petroltöne, etwas Firne, schöne Säure, Äpfel, klare Struktur
wie kaltes Porzellan, könnte auch ein Moselwein sein.

Notizen von Nikolas Rechenberg

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