© Dinesen Douglas/Anouska Hempel

Willkommen daheim: Die Wichtigkeit eines schönen Entrees

Reinkommen, ankommen, da sein: Ein schöner und sympathischer Empfang ist immer ein gelungener Auftakt für alles Weitere, das folgen soll. Unter diesem Aspekt kommt dem Entree eine bedeutende Rolle zu, denn es ist die Visitenkarte eines jeden Hauses.

04 . November 2020

Historisch betrachtet war das Vor­zimmer oder »Antechambre« ­immer schon der Dreh- und ­Angel­­punkt in der räumlichen ­Abfolge. Wer es bis hierhin schaffte, hatte ­­ es vermeintlich sehr weit gebracht. Dieser prestigeträchtige Raum war eine Art Schleuse in alle weiteren – oder eben auch nicht.

Diese Funktion hat sich bis heute erhalten, wenngleich das Regelwerk nicht mehr ganz so streng ist. Das Vorzimmer ist der Schnittpunkt zwischen Öffentlichkeit und Privat­heit, und als Art Visitenkarte liefert es dem Eintretenden einen Vorgeschmack auf das, was ihn in weiterer Folge erwartet.

Starten und landen

Eines hat sich aber nie verändert: Man geht los oder kommt an, man legt ab oder zieht sich an, man wartet oder darf erwarten. In Summe betrachtet sind das ganz schön viele Aufgaben für einen einzigen Raum. Dementsprechend sollte man ihm beim Einrichten die gebührende Aufmerksamkeit widmen.

Die Zutaten für ein gelungenes Entree sind im Grunde nicht viele, sie müssen nur richtig ausgewählt werden. Spiegel, Garderobe und Ablagemöglichkeiten dürfen keinesfalls fehlen. Für eine helle, freundliche Atmosphäre sorgen entweder Tageslicht oder eine effiziente künstliche Beleuchtung, mithilfe derer sich kleine Dinge wie Schlüssel, Lippenstift und Handy schnell finden und der letzte Styling-Check machen lassen, bevor die Tür hinter einem zufällt.

Alles an seinem Platz

Einer der wichtigsten Protagonisten im Vorzimmer ist die Garderobe: ein Möbelstück, das sich immer wieder neu erfindet und für jeden Designer eine besondere Herausforderung darstellt. Denn sie muss platzsparend sein und gleichzeitig vieles unterbringen. Sie muss selbst fast unsichtbar bleiben, aber alles sichtbar machen. Die wenigen Elemente, aus denen eine Garderobe besteht, können jedoch durchaus außergewöhnlich gestaltet werden – sei es mit polierten oder veredelten Oberflächen oder unterschiedlichen Materialien und raffinierten Details wie eleganten Bezügen aus Leder.

Wie immer aber Ablagen, Hängestangen und Bügel angeordnet sind: Die stummen Diener bleiben ihrer primären Funktion stets treu. Fabelhafte Begleiter im Aus- und Eingangsszenario sind auch Kommoden und Sideboards, die ein wenig mehr Platz für sich in Anspruch nehmen, jedoch perfekt zum eigentlichen Wohnbereich überleiten. Sogar Zweckentfremdung ist erlaubt: Der Schreibtisch »Sol« von Team 7 zum Beispiel ist in seiner zweibeinigen Version ein wunderbarer, optisch erfrischender Willkommensgruß.

Das Entree liegt räumlich gesehen an einer expo­nierten Stelle und nimmt damit eine Sonderposition ein. Hier bietet sich an zu zeigen, wofür das eigene Herz schlägt.

Charmant gelöst

Mit kleinen Tricks kann man den Empfangs­bereich, der oft zu den kleinsten Räumen der Wohnung zählt, ein ganzes Stück größer wirken lassen: Zum einen kann man mit dem richtigen Licht kleine Wunder bewirken, aber auch helle Farben und Materialien helfen dabei, die Wände ein wenig »hinauszuschieben«. Den größten Effekt erzielt man mit durchgängigen Flächen, wie etwa am Boden, der mit lang gestreckten Douglasie-Dielen von Dinesen schier endlos erscheint. Mit ihren zwölf Metern Länge wirken diese nicht nur imposant, sondern lassen sich auch bis in den nächsten Raum verlegen. So wird die Perspektive gestreckt.

Eine elegante Erweiterung des Eingangsbereichs kann man auch mit einem Paravent erreichen, idealerweise mit einer gewissen Transparenz, die nicht alles preisgibt. Mit dieser Art von geheimnisvoller Koketterie spielt beispielsweise »Paisley« von LZF, ein kunstvoll aus Kirschholzfurnieren gearbeiteter Raumteiler, der an die Wandschirme traditioneller japanischer Häuser angelehnt ist und wunderbare, dekorative Schatten wirft.

Aus dem Vollen schöpfen

Durch die Sonderposition, die das Entree genießt, darf man fantasievoll aus dem Vollen schöpfen. Konkret: jenes Interieur wählen, für das das eigene Herz schlägt. Nicht nur, um Wartenden die Zeit mit einer persönlichen Entdeckungsreise zu versüßen, sondern auch, um persönliche Lieblingsstücke auszustellen, für die der richtige Platz noch nicht gefunden wurde.

Ein Bild des Lieblingsmalers, eine Lichtinstallation, ein besonderes Objekt oder ein ausgefallenes Designerstück wie der von Obststeigen inspirierte »Cross

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