© Richard Waite, www.skbphotography.de

Die eigene Strandvilla auf den Malediven – das ist der wahr gewordene Immobilientraum vieler Europäer. Doch das Angebot ist überschaubar und Käufer sollten auf einige wichtige Kriterien achten.

06 . Januar 2020 - By Robert Prazak

Schon der Landeanflug zeigt die unglaubliche Schönheit dieser Inseln: Die Malediven zählen nicht umsonst zu den Traumzielen vieler Europäer. Wer die Strände und Korallenriffs aber nicht nur für wenige Tage genießen möchte, könnte sich auf der Inselgruppe im Indischen Ozean eine Immobilie zulegen. Das Problem dabei: Die Angebote sind ausgesprochen rar, denn der Markt für Kaufobjekte ist noch jung. Die wenigen freien Plätze auf einer der Inseln, die von der Regierung für den Tourismus und ausländische Investoren freigegeben werden, werden in der Regel sofort für Hotelprojekte beschlagnahmt. An neuen Luxusresorts mangelt es daher nicht, so hat vor Kurzem das »Waldorf Astoria Ithaafushi« eröffnet – es bietet 122 Poolvillen. Heuer sollen 20 neue Resorts zu den bereits bestehenden 147 auf den Malediven dazukommen.

Es bleibt jedoch zu bedenken, dass etwas Mut nötig ist für ein Investment auf den Inseln – die könnte es angesichts des Klimawandels in 100 Jahren ja gar nicht mehr geben.

Wer aber selbst ein Heim besitzen möchte, muss etwas genauer hinschauen. Weniger wegen der politischen Lage in dem Inselstaat, die sich zuletzt deutlich beruhigt hat. Auch nicht wegen der Gefahr des steigenden Meeresspiegels, die zumindest in den nächsten Jahren noch kein großes Thema sein wird. Sondern weil man bei den einzelnen Projekten Infrastruktur, Preise und Services vergleichen sollte. Will man die absolute Einsamkeit auf einer Insel oder doch lieber die Angebote eines angrenzenden Resorts nutzen? Kann die Villa weitervermietet werden? Wie oft werde ich selbst die Immobilie nutzen können?

Pachtinseln

Lynn Villadolid ist Chefin von Lifestyle Capital Partners (LCP) und betreut von London aus eine betuchte Kundschaft in aller Welt, die außergewöhnliche Immobilien kaufen möchte. Nur auf den Malediven bekomme man solche herrlichen Strände und den ultimativen Strand-Lifestyle zu diesen Preisen, heißt es. Häuser mit direktem Strandzugang in der Karibik beispielsweise würden doppelt so viel kosten. Dennoch ist zu bedenken, dass etwas Mut nötig ist für ein Investment auf den Inseln – die könnte es angesichts des Klimawandels in 100 Jahren ja gar nicht mehr geben. Abgesehen davon dürften Eigentümer aber mit hübschen Wertzuwächsen rechnen – obwohl die Regierung der Malediven den Verkauf von Immobilien forcieren möchte, wird der Markt überschaubar bleiben. Die Grundstücke, auf denen die Häuser stehen, können übrigens nicht im Eigentum erworben werden, sondern müssen 50 oder maximal 100 Jahre gepachtet werden (Leasehold) – ein Aspekt, der österreichische und deutsche Käufer bisweilen abschreckt. Doch auf den Malediven geht es gar nicht anders; auch die Resorts können Inseln nur pachten. 

Ein wichtiger Aspekt für Käufer: Villen können vermietet werden, was laufende Einnahmen bringen könnte. Vier bis sechs Prozent pro Jahr sollten drinnen sein, wenn man Steuern und Gebühren des Managements vor Ort abzieht – abgesehen von der Ersparnis, die der Aufenthalt in der eigenen Villa statt im Resort bringt. Das ist angesichts der niedrigen Zinsen gar nicht schlecht. Aufpassen heißt es aber bei jenen Projekten, die bisher nur in der Vorstellung von Entwicklern existieren – so manches hochtrabende Projekt musste schon mehrfach verschoben werden. 

Keine Chimäre sind indes die Privatresidenzen von Soneva bei den Resorts »Fushi« und »Jani«. Gründer Sonu Shivdasani hatte als Erster das Potenzial von Immobilienverkäufen erkannt. Seine Villen gelten noch immer als Nonplusultra in Sachen Eigen­tumserwerb auf den Malediven.

Kaufprojekte auf den Malediven

Abgesehen von Villen, die von privaten Eigentümern weiterverkauft werden, ist die Auswahl an Immobilien überschaubar. Den Markt dominiert Soneva mit seinen Private Residences auf Fushi und Jani – für die gibt es auch schon einige Wiederverkäufe privater Besitzer (unter anderem bei LCP). Daneben entstehen mit »The Chedi Maldives« und »Capella Maldives« zwei weitere Resorts, in denen es auch Villen zu kaufen geben wird; nach derzeitigem Stand teils in Form von Eigentumsanteilen, die dann zu mehrwöchigen Aufenthalten berechtigen.

Soneva
2012 begann Sonu Shivdasani, Gründer und Chef des Tourismusunternehmens Soneva, mit dem Verkauf von Privatvillen in seinem 1995 eröffneten »Fushi Resort« – diese Soneva Private Residences wurden ein Überraschungserfolg. Auch im 2016 eröffneten
»Jani Resort« gibt es Villen zu kaufen, ab drei Millionen US-Dollar kostet dort bei-spiels-weise eine Overwater-Villa. Auch -Weiterverkäufe sind bereits am Markt, so
hat die Londoner LCP derzeit eine Villa mit drei Schlafzimmern, Pool, Fitnessraum und Wasserrutsche ins Meer im Angebot. sonevavillaownership.comlifestylecapitalpartners.com

The Chedi Maldives
Ende des heurigen Jahres sollen die Villen von »The Chedi Maldives« auf Kuda Villingili fertiggestellt sein. Das Entwicklungsprojekt der asiatischen Hotelgruppe GHM, die unter anderem das Hotel »The Chedi« in Andermatt führt, besteht unter anderem aus Strandvillen, die rund 1,4 Millionen US-Dollar kosten. sphereestates.com lifestylecapitalpartners.com

Capella Maldives
Als Teil eines Projekts der Capella-Hotelgruppe werden im Rah-Falhu-Huraa-Atoll nördlich von Malé 29 Villen errichtet, die zu kaufen sein werden – zum Beispiel rund 320 Quadratmeter große Ocean-Villas. Das Resort selbst soll 64 Villen haben und ist eine fünfminütige Bootsfahrt von den Residenzen entfernt. Das Ganze soll Ende 2020 fertiggestellt sein. Verkauf unter
anderem über Sphere Estates. sphereestates.com 

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