© Blagovesta Bakardjieva

Mit Palmen, Mini-Pool und vor allem Inspirationen aus drei legendären Badeorten am Mittelmeer bringt die Wiener Rooftop-Bar »Aurora« Gäste zum Träumen. Falstaff LIVING hat die Rezepte der kreativen Bartender vom Dach des »Andaz Vienna Am Belvedere« – für den persönlichen Urlaub im Cocktailglas!

04 . Juni 2020 - By Roland Graf

Der Weg auf das Dach beginnt mit Poesie: »A place made of cabins, pine trees and lakes« verspricht der Lift in die »Aurora«-Bar. Mit diesem Zitat aus Suzanne Kindlers Gedicht »Up North« geht es direkt auf die Rooftop-Terrasse; den Weg durch eine Lobby ersparte man den auswärtigen Gästen schon in der Planung. Doch die skandinavischen Drink-Kreationen im 16. Stock, mit denen das Hotel »Andaz« (Hyatt-Gruppe) im Vorjahr fulminant gestartet ist, machen diesen Sommer Pause: »Wir werden immer wieder etwas Nordisches einfließen lassen«, meint dazu Michael Fortner, der Director of Outlets des 303-Betten-Hauses in Wiens boomendem Stadtviertel. Doch die flüssigen Inspirationen im Sommer 2020 stammen allesamt aus dem Süden. Genauer gesagt von den legendärsten Badeorten der Welt.

Die flüssigen Inspirationen im Sommer 2020 stammen allesamt aus dem Süden – genauer gesagt von den legendärsten Badeorten der Welt.

Palmen am Belvedere

Was man dort trinkt? Das erklärt dem Gast eine spezielle Cocktail-Karte, die immer nur samstags und sonntags aufgelegt wird. Sie steht unter dem hedonistisch-trotzigen Motto »Kein Urlaub? Nicht mit uns!«. Fortners Crew hat auch das Ambiente der an sich schon beeindruckenden Dachterrasse am Hauptbahnhof entsprechend sommerlich angepasst. Für dieses Make-over wurde neben Liegestühlen und Mini-Pools (samt Bade-Enten!) auch eine palmenreiche Fototapete in den 16. Stock verfrachtet. »Hier lassen sich wunderbare Foto-Gelegenheiten finden«, lacht Fortner, »bei denen dann alle rätseln, wo der Gast eigentlich hingereist ist.« Der Belvedere-Blick im Hintergrund könnte es – bei aller »Instagrammability« – allerdings verraten.

Vor dieser sonnigen Kulisse mixt Igor Mandic die Cocktails, die all das vereinen, was einen Sommerhit ausmacht: Leichtigkeit, Pastellfarben, fruchtige Zutaten und Spritzigkeit. Ein Paradebeispiel für diese Linie ist der Drink, den der Bar-Manager gerade mit einer sommerlichen Blüte garniert. »Estrella« nennt sich die Edelversion eines Gin-Cocktails, der statt mit schnödem Tonic Water mit Champagner aufgegossen wird. Mit diesem Getränk sind wir in Marbella gelandet – von hier stammen Name und Inspiration. Und der mondäne Spanier hat auch ein durchaus spannendes »Innenleben«. Während anderswo etwa eine Limettenzeste ins Highball-Glas kommt, sorgt hier Maracuja für die erfrischende Säure. 

Holiday and the City

Mixologe Mandic verwendet die Passionsfrucht aber nicht einfach als Saft oder Likör, sondern setzt sie als geklärten »Milk Punch« an. Dabei werden die Früchte um Milch und Zitronensaft ergänzt, eine Mischung, die Hausfrauen von jeher fürchten – denn die Milch flockt sofort aus. Dieser feste Teil wird entfernt, der verbleibende Rest hat aber ein ungemein sämiges Mundgefühl, ähnlich wie Molke, und schmeckt doch nach der vollen Frische der Maracuja.

Bei allen Kniffen, die Igor Mandic seiner Trickkiste in luftiger Höhe entlockt, ist ihm eines wichtig: Die »Summer Vibes« im Cocktailglas sollen sich spielerisch beim Gast einstellen. Die Brücke zu den Seebädern schlagen dabei einmal die Spirituosen (etwa der Zuckerrohr-Brand Cachaça für die Copacabana), dann wieder die Farbe – Rosa beim Miami-Drink »Flamingo« – oder eine besondere Zutat. So weckt die Salatgurke im »Peponi Spritz« zusammen mit Melonenlikör Erinnerungen ­an die Unbeschwertheit auf Mykonos. »Wir wollen einfach ein bisserl Urlaubsflair schaffen«, so der Bartender, »auch musikalisch erinnert mit Lounge-Klängen alles an einem Beach-Club«.

Eröffnet wurde die »südliche« Gaumenreise in Saint-Tropez, unter anderem mit einer Abwandlung des durch die TV-Serie »Sex and the City« zu Höhenflügen gelangten »Cosmopolitan«. Die Süße des Wodka-Klassikers, die diesem von Cranberrynektar und Cointreau verliehen wird, konterkariert in der »Aurora«-Version ein Griff in den Küchen-Gewürzschrank. Mit einer Infusion aus Rosmarin, Oregano und Thymian entsteht so der »Cosmo de Provence«.  Neben Marbella, Rio und der Côte d’Azur locken auch noch die Strand-Drinks aus Rimini; welche Urlaubsdestination gerade in den Shaker kommt, erfährt man auf der Homepage der Hotel-Bar. Hier wurde auch das Reservierungssystem eingerichtet, um sich einen Platz an der Sonne zu sichern. »Das empfehlen wir«, rät Michael Fortner nach den ersten Tagen im Zeichen der »Summer Vibes« im 16. Stock. »Vor allem, wenn Gruppen mit mehr als vier Personen auf die Rooftop wollen.« Schließlich soll auch am herbeigeträumten Strand Ordnung herrschen!

Wir wollen einfach ein bisserl Urlaubsflair schaffen. Auch musikalisch erinnert mit Lounge-Klängen alles an einen Beach-Club.

Igor Mandic Bartender in der »Aurora«-Bar

Genuss – das ist zentrales Thema der Falstaff-Magazine. Nun stellen wir das perfekte Surrounding dafür in den Mittelpunkt. Das Ambiente beeinflusst unsere Sinneseindrücke – darum präsentiert Falstaff LIVING Wohnkultur und Immobilien für Genießer!

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