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An diesem Dienstag treten die Amerikaner an die Wahl-Urne, um den US-Präsidenten für die nächsten vier Jahre zu wählen. Ob der amtierende Staatschef Donald Trump im Weißen Haus bleibt oder sein Kontrahent Joe Biden einzieht, wird sich zeigen. Aber wie lebt es sich eigentlich in einem der berühmtesten Häuser der Welt? LIVING verrät es!

02 . November 2020 - By Katrin Ofner

Für die US-Amerikaner ist dieser Dienstag ein besonderer. Nach vier Jahren werden sie erneut zur Wahl-Urne gebeten, um entweder dem amtierenden Präsidenten Donald Trump oder seinem Herausforderer Joe Biden ihre Stimme zu geben. LIVING nimmt sich den Wahltag zum Anlass, um einen Blick in die Räume des Weißen Hauses zu werfen. Zusätzlich verraten wir lustige Fakten über den Amts- und offiziellen Regierungssitz in Washington, D.C.

Das Weiße Haus war mal grau

Den Auftrag zur Erbauung des Weißen Hauses kam vom einstigen US-Präsidenten George Washington. Für die Errichtung des im gregorianischen Stil erbauten Hauses wurde der irische Architekt James Hoban engagiert, der sich bei der Planung am Leinster House in Irland, welches heute die Funktion des Parlaments inne hat, orientierte. Anfang des 19. Jahrhundert glänzte die Fassade des Hauses noch in einem Grauton. Das heutige Aussehen erhielt der Amtsitz erst nach einem von britischen Truppen verursachten Brand. Nach dem Schaden veranlasste der damalige Präsident James Madison einen weißen Anstrich.

George Washington selbst wohnte übrigens nie selbst im Weißen Haus. Obwohl er die Pläne erweiterte und neue Räume hinzufügte, war es seiner Meinung nach zu klein und zu einfach für einen Präsident der Vereinigten Staaten. John Adams war der erste Präsident, der das Haus tatsächlich bezog.

Ein Blick ins Innere des White House

So imposant das Weiße Haus von Außen ist, so eindrucksvoll ist es auch von Innen. Das Gebäude ist Regierungssitz, Privathaus und Museum in einem und gleicht einem riesigen Irrgarten. Insgesamt hat es 132 Zimmer, 35 Badezimmer und 29 Kamine, die nur der Feuermeister einheizen darf. Zudem gibt es acht Treppenhäuser, drei Aufzüge, einen eigenen Pool, einen Kinosaal, in denen Filme schon vor Release gezeigt werden, und einen Tennisplatz. Auf Wunsch von Präsident Nixon wurde eine Kegelbahn errichtet, Präsident Obama ließ sich einen Basketballplatz bauen. 

Laut diversen Medienberichten soll im Keller des Weißen Hauses auch eine eigene Zahnarztpraxis zur Verfügung stehen. Sie soll Teil eines Einkaufszentrums sein, in dem sich unter anderem auch ein Blumenladen, ein Schokoladengeschäft und eine Tischlerei befinden.

Einige Nachteile hat das Leben im Weißen Haus jedoch. Es gibt keinen privaten Eingang oder Ausgang zur Residenz. Da das Amtshaus auch besichtigt werden kann, haben Mitarbeiter und Touristen Zugang zum Diplomatenraum in der Nähe der Wohnräume. 

Die Office-Räume im White House

Das Weiße Haus wird in drei Kategorien unterteilt: Executive Residence (Villa), West Wing und East Wing. In der Executive Residence befinden sich etwa die Wohnräume der Präsidenten-Familie sowie der East Room, der größte repräsentative Saal des Präsidentensitzes. Er wird für verschiedenste Veranstaltungen genutzt, so beispielsweise für Pressekonferenzen, Empfänge, Bälle oder große Staatsessen.

Im West Wing befindet sich das berühmte Oval Office, das offizielle Arbeitszimmer des US-Präsidenten. Ebenso der Cabinet Room, der Konferenzsaal des Kabinetts, der White House Situation Room, ein auf verschlüsselte Kommunikation ausgelegter Raum, das Büro des Vizepräsidenten und das Büro des Stabschefs des Weißen Hauses.

Im East Wing sind die Büros der First Lady und ihrer Mitarbeiter eingerichtet. Auch das White House Social Secretary und das White House Graphics and Calligraphy Office, wo beispielsweise offizielle Einladungen und Grußkarten handschriftlich angefertigt werden, sind in diesem Flügel angesiedelt.

Die Privaträume im White House

Die Wohnräume der Präsidenten-Familie befinden sich im zweiten Stock des Haupthauses. Insgesamt stehen 13 sehr geräumige Zimmer sowie drei weitere Räumlichkeiten als Gästezimmer für Freunde und Verwandte zur Verfügung. Die First Family darf die Privaträume so einrichten, wie es ihr gefällt.

Laura Bush ließ etwa Hillary Clintons viktorianische Tapeten von den Wänden reißen. Jackie Kennedy schmiss Trumans 50er-Jahre-Möbel aus dem Haus und ersetzte sie durch Antiquitäten. Der Kurator des Weißen Hauses muss allerdings Veränderungen der öffentlichen Räume zustimmen. Für die Neu-Gestaltung sind 50.000 Dollar vorgesehen. Aus einem Fundus von 40.000 Geschenken und historischen Möbeln kann sich die Präsidenten-Familie bedienen.

Der dritte Stock ist ebenfalls Privatbereich und beherbergt ein Musikzimmer, ein Billardzimmer, ein Solarium und ein riesiges Spielzimmer.

Lustige Fakten über das White House

1. Spukt es?
Bereits mehrere Leute haben behauptet, dass es im Weißen Haus einen Geist gibt. Angeblich sei dies niemand anderer als der ehemalige Präsident Abraham Lincoln. 1903 wurde die erste Sichtung in den US-Medien berichtet. Damals soll Lincoln in seinem ehemaligen Schlafzimmer und im Oval Office gesichtet worden sein. Auch der britische Premierminister Winston Churchill, Königin Wilhelmine aus den Niederlanden und First Lady Grace Coolidge behaupteten, sie haben den Geist im White House bereits gesehen. 

2. Fleckenteppich und ausgetauschte Böden:
Wie die Biographin der Familie Obama, Jodi Kantor, berichtet, sollen nach ihrem Einzug ins Weiße Haus immer noch die Flecken von George W. Bushs Katzen auf dem Teppich sichtbar gewesen sein. Die Teppiche werden also nicht immer sofort gereinigt. Und beim Boden im Oval Office sind sich die Präsidenten auch nicht einig. Bereits vier Mal wurde er schon seit 1934 ausgetauscht. Ursprünglich bestand er aus Kork, den Präsident Eisenhower, welcher leidenschaftlicher Golfer war, mit seinen spitzen Golfschuhen zerstörte. Während seiner Amtszeit ließ Präsident Johnson 1960 einen Linoleumboden auslegen. Ronald Reagan gefiel dieser leider gar nicht, woraufhin ein Parkett aus Kiefern- und Eichenholz verlegt wurde. 2005 wurde dieser von George W. Bush erneuert.

3. Nur amerikanischer Wein:
Die Wünsche der First Family werden erfüllt - egal, wie speziell diese sind. Nur beim Wein müssen sie sich an die Regel halten. Denn: Im Weißen Haus werden nur amerikanische Weine ausgeschenkt. 

4. Keine offenen Fenster:
In ihren Privaträumen kann die Präsidenten-Familie keine Fenster öffnen. Aus Sichereitsgründen ist dies zwar sinnvoll, für die Luftzirkulation in den Räumen aber eher ungünstig.

5. Golfplatz vorm Büro:
Direkt vor dem Oval Office ließ Bill Clinton 1995 ein Putting Green erbauen. Nun können die Präsidenten zwischen Pressekonferenzen und nationalen Krisen ihr Golfkönnen perfektionieren.

6. Umzug in nur sechs Stunden:
Ungefähr 100 Pförtner und Umzugskräfte haben lediglich sechs Stunden Zeit, um die neue Präsidenten-Familie einziehen zu lassen. Sie haben auch die gleiche Zeit, um den Auszug des alten Präsidenten durchzuführen.

7. Chaos bei Amtswechsel:
Nicht nur der Umzug ist mit Hektik verbunden. Das ganze Personal muss sich einen Überblick über die Nahrungsmittelpräferenzen der neuen First Family verschaffen, sich auf ihre besonderen Bedürfnisse vorbereiten und den Haushalt unter Kontrolle bringen.

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