© Barefoot Hotel/Anatol Kotte

Erfolgreiche Wohlfühl-Komödien zu drehen, reicht ihm nicht mehr. Der Schauspiel-Star und Regisseur Til Schweiger, 55, inszeniert mit wachsender Leidenschaft eine Lifestyle-Welt aus Hotels, Restaurants und manufakturell hergestellten Produkten.

02 . Dezember 2019 - By Uwe Killing

Alles begann auf Mallorca. Als Til Schweiger dort vor sechs Jahren seine Finca einrichtete, ließ er sich von lokalen Handwerksbetrieben hölzernes Interior, Lampen und Geschirr anfertigen. Das Macher-Gen des erfolgreichen Filmemachers (»Keinohrhasen«, »Honig im Kopf«) war geweckt: Mit den Produkten, ­erweitert um Kleidungsstücke, gründete Schweiger den Online-Shop Barefoot Living. Mit der Weiterentwicklung dieser Marke betätigt sich der Vater von vier Kindern nun auch als Gastronom und Hotel-Designer. Jüngster Zuwachs: eine Safari-Lodge in Südafrika.

LIVING: Nach Ihrem Ostsee-Hotel »Timmendorfer Strand« haben Sie ein zweites Hide-away eröffnet: die »Barefoot Addo Elephant Lodge«. Warum in Südafrika?
Til Schweiger: Ich war zum ersten Mal vor zwei Jahren an diesem wunderschönen Ort, um dort meinen Freund Hanjo Schneider zu besuchen. Er hat mir dann die Lodge im Addo-Elephant-Nationalpark gezeigt. Es war pure Magie, die bei mir sofort Energien freigesetzt hat …
 
… um die Lodge zu übernehmen?
Nein, ich hatte nie den Plan, unternehmerisch Hotels oder Restaurants zu betreiben. Die Dinge ergeben sich, weil ich eine große Befriedigung daraus ziehe, produktiv zu sein. Bei der Lodge bin ich allein für das Design-Konzept verantwortlich. 

Sie existierte bereits. Was ist verändert ­worden?
Wir haben zunächst die Lobby und das Restaurant komplett umgebaut – unter Nutzung von natürlichen, langlebigen Materialien. Es wirkt nun alles luftiger und heller. Im nächsten Schritt werden wir die Suiten weiter ausgestalten. In einer Mischung aus Hütte und Zelt kann man nachts den Tiergeräuschen lauschen und völlig abschalten.

»Ich bin kein Designer im klassischen Sinne. Es ist vielmehr eine Lebenswelt, in der ich mich bewege und gut fühle.«

Til Schweiger, Schauspieler und Regisseur

»Das Filmemachen wird für mich immer oberste Priorität haben, aber ich liebe es, Räume zu gestalten«, so der Kinostar mit wachsender Produkt-Familie.

© Barefoot Hotel/Anatol Kotte

Unterscheidet sich das Interior von dem Ihres anderen Barefoot-Hotels?
Es gibt viele Gemeinsamkeiten. Gleichzeitig muss so ein Wohlfühl-Ort auch lokale Begebenheiten aufgreifen. An der Ostsee ist es ein maritimer Bezug, hier atmet man den Spirit aus Natur und Safari. In Tirol, wo ich auch liebend gerne mal ein Hotel gestalten würde, würde es wieder anders aussehen.

Sie dürften in Ihrem Leben schon viele Hotels gesehen haben …
Oh ja, darunter auch viele Design- und Boutique-Hotels. Doch die sind leider oft ungemütlich. Und was bringt dir das luxuriöse oder avantgardistische Design, wenn du verzweifelst suchst, wie das Licht ausgeht. Auch mit goldenen Wasserhähnen kann ich einfach nichts anfangen.

Was ist die Gestaltungsphilosophie des ­Filmemachers Til Schweiger?
Ich bin kein Designer im klassischen Sinne. Es ist vielmehr eine Lebenswelt, in der ich mich bewege und gut fühle. Das ist so ein Mix aus Skandinavien, mediterraner Leichtigkeit und den amerikanischen Hamptons. Meine Häuser in Hamburg und auf Mallorca sind genauso eingerichtet. Und wer meine Filme kennt, dem wird dieser Look auch vertraut sein. 

 

Woher kommt Ihr Faible fürs Gestalten?
Das war bei mir früh ausgeprägt. Auch in meiner Zeit als Schauspielschüler, als das Geld wirklich sehr knapp war, habe ich in meine Wohnung immer investiert und selbst Hand angelegt. Tischler und Zimmermänner habe ich schon als Kind bewundert. Und das ist bis heute so: Ich liebe gutes Handwerk und vor allem Menschen, die es mit Passion betreiben. 

Warum der Name Barefoot?
Es geht um dieses Gefühl, als könne man sich überall barfuß bewegen. Und letztlich komponiere ich in den Raumwelten alles genau durch wie bei meinen Filmen. Da kümmere ich mich um jedes Detail, suche sogar die Schrauben aus. Ich muss mich einfach wohlfühlen, die Sachen müssen miteinander harmonieren.

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