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Der Architekt Sergey Mishin, sprach mit LIVING über seine persönlichen Architektur-Highlights seiner Heimatstadt.

29 . März 2019 - By Maik Novotny

Ein wesentlicher Anteil der russischen Seele muss in dieser Stadt zu Hause sein. Das weite Land beherbergt Geschichte und Melancholie, die Hauptstadt Moskau steht für Macht, Geld und reichlich Selbstdarstellung. St. Petersburg jedoch, die Metro-pole an Newa und Ostsee, ist etwas Eigenes und ganz und gar Russisches. Vornehm, elegant und poetisch. 

Architekt Sergey Mishin, in »Piter« geboren, kennt die tiefsten Geheimnisse seiner Heimatstadt. »St. Petersburg ist kaum älter als 300 Jahre. Es gibt hier keine antiken Monumente. Trotzdem wirkt es wie eine ewige Stadt. Vielleicht durch den majestätischen Verfall der großartigen Paläste, die heute teilweise fast Ruinen sind.«

Die Stadt absorbiert alles und macht es sich zu eigen. Sie ist mehr als die Summe ihrer Teile. Einer der erstaunlichsten Orte der Welt.

Trotzdem wirkt es wie eine ewige Stadt. Vielleicht durch den majestätischen Verfall der großartigen Paläste, die heute teilweise fast Ruinen sind.« Stille und Zartheit prägen nicht nur die Stadt, sondern auch ihre Bewohner, so Mishin. »Es ist unmöglich festzustellen, was zuerst diesen Charakter geprägt hat – die Stadt oder die Menschen.« Ein Charakter, der sich im Laufe einer dramatisch bewegten Geschichte, in der die Stadt mehrmals den Namen wechselte, erhalten hat – und der sich in den Gebäuden der Stadt, wie Sergey Mishin weiß, lesen lässt. 

»In der sowjetischen Ära hat sich hier die Architekturschule des Leningrader Modernismus entwickelt, die sich aus den Ideen des Konstruktivismus speiste, aber sehr lokal und eigenständig war. Sie hat sich erstaunlich organisch in die Stadt eingefügt. Sie hat die Charakterzüge der Stadt bewahrt: ihre verborgene Stärke, ihre Majestät, ihre Poesie, ihre Intelligenz und ihre Ablehnung des Pathos.«

Sergey Mishin

Geboren 1955 in St. Petersburg, leitet seit 1995 das Büro Studio Mishin. Bekannt wurde er durch seine
spektakuläre Villa Las Brisas auf Mallorca (2013). facebook.com/StudioMishin

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