© Wowhaus

Die Gründer des Architekturbüros Wowhaus, Oleg Schapiro und Dmitri Likin, sprachen mit LIVING über ihre persönlichen Architektur-Highlights ihrer Stadt Moskau.

16 . September 2020 - By Maik Novotny

Eine Stadt der Monumente, dazwischen kalte Leere und breite, lange Straßenachsen: So stellen sich viele Moskau bis heute vor. In der Tat hat die Architektur in der russischen Hauptstadt zahlreiche pracht- und machtvolle Bauten hinterlassen, viele davon als Zeichen der jeweiligen Herrschaft. Doch das, betonen Oleg Schapiro und Dmitri Likin, ist nicht die ganze Geschichte. »Moskau ist eine sehr besondere Stadt, deren Harmonie aus permanentem Konflikt entsteht. Damit meinen wir weniger die urbane Energie von New York, sondern einen stilistischen Konflikt. Es passiert immer wieder, dass etwas Absurdes das Gewebe der Stadt zerreißt.«

Ein Beispiel: das riesige Theater der Sowjetischen Armee mit seinen absurden Durchmarsch-Kolonnaden. »Die vielen naiven Versuche, die Moskauer Landschaft auf Basis westlicher Harmoniegrundsätze neu zu ordnen, werden von unserer gefräßigen Hauptstadt einfach verschluckt. So entsteht ein vielschichtiges Durcheinander, das kaum lesbar, aber sehr spürbar ist.«

Moskau ist eine Stadt, deren Harmonie aus permanentem Konflikt entsteht.

Als die beiden Architekten 2007 ihr Büro Wowhaus gründeten, machten sie sich umgehend daran, diesem Durcheinander etwas Luft zu verschaffen. Sie widmen sich seitdem vor allem einem in Moskau wenig beachteten Thema: dem Raum zwischen den Gebäuden. Sie sehen ihn als formbare Flüssigkeit, weit entfernt von den grimmigen Aufmarschachsen früherer Zeiten. Den Gorki-Park etwa belebten sie mit Freiluftkino, Eislaufbahn und Stadtstrand. Kreatives Durcheinander. Typisch Moskau.

Wowhaus

Wowhaus wurde 2007 von Oleg Schapiro und Dmitri Likin gegründet und hat seitdem mit neuen, lebendigen Parks, Plätzen und Kulturinstitutionen die Moskauer Architekturszene gehörig aufgewirbelt. wowhaus.ru

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