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Küchenklassiker im Wandel der Zeit: Wasserkocher

Der Wasserkocher im Wandel der Zeit: Designer Mario Zeppetzauer über die Geschichte des Küchenhelfers, seine Polarisierung und über die Metamorphose des Designs.

28 . September 2020

Rein körperlich ist die richtige Temperatur für den Menschen von großer Wichtigkeit, denn Kälte kann uns Energie entziehen. Kein Wunder also, dass warme Mahlzeiten und heiße Getränke täglich von uns genossen werden. Wasserkocher erwärmen Wasser mit dem geringsten Energieeinsatz und in kürzester Zeit – Grund genug, nicht nur Heißgetränke, sondern auch Nudelwasser im wärmegedämmten Gehäuse zum Brodeln zu bringen!

»Wasserkocher sind im Gegensatz zum Elektroherd nicht fix verbaut, sondern mobil. Ihr Habitat ist nicht auf die Küche beschränkt, wir finden sie in Hotelzimmern, beim Kampieren oder auch unterwegs.

Sie finden keine Berücksichtigung in der Küchenplanung und harmonieren fast nie mit der Gestaltung der Küche. Auch wenn es Exemplare von Alessi oder Porsche Design gibt, so kennen wir keinen Wasserkocher, der es mit dem Kultstatus einer Bialetti aufnehmen könnte«, erklärt Mario Zeppetzauer. »Daher ist in der Wertschätzung für Wasserkocher eine Polarisierung erkennbar: Entweder man liebt sie, oder man ignoriert sie.«

Tun wir dem Wasserkocher also unrecht, indem wir ihn zumeist vergessen? »Ja. Er ist wie ein Held in der zweiten Reihe. Schade nur, dass Wasserkocher nicht repariert, sondern ersetzt werden. Die Gründe dafür liegen in der Konstruktionsweise und im vergleichsweise günstigen Preis«, so Zeppetzauer weiter.

»Für die Gestaltung zukünftiger, nachhaltiger Wasserkocher ist die Lebensdauer der Geräte essenziell. Hier erhoffe ich mir einen modularen Aufbau, der eine einfache Reparatur zulässt, gepaart mit einem archetypischen, schlichten und zeitlosen Design.«

»Ein Wasserkocher ist wie ein Held in der zweiten Reihe.«
Mario Zeppetzauer Designer
Michael Liebert

Mario Zeppetzauer lebt und arbeitet in Linz. Er studierte Industrial Design an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz und am Art Center College of Design in der Schweiz. Zusammen mit Stefan Degn gründete er das Designbüro formquadrat und arbeitet an Designprojekten für Marken wie BWT, Fill, Fronius, Haselmeier, Josko, Kapsch, Magna, Palfinger, Pewag, Rosenbauer, Swarovski Optik, SIG und Trodat. Seit 2015 ist Zeppetz- auer leitender Professor für Industrial Design an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz.

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