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Finstere Zeiten brechen an – zumindest, wenn es um Küchendesign geht. Das wohlige Dunkel strahlt nämlich viel Häuslichkeit aus und wirkt dabei trotzdem oft avantgardistisch. LIVING hat die schönsten Modelle für 2021 aufgespürt und mit Planern und Designern über die »dunkle Seite der Macht« gesprochen.

09 . Februar 2021 - By Sandra Keplinger

Der Trend ist eindeutig: Schwarz und dunkles Holz sind 2021 in der Küche »très chic«. Woran das liegt? »Dunkle Farben vermitteln immer eine ruhige und entspannte Atmosphäre«, erklärt Wolfgang Faulmann, Geschäftsführer von Faulmann & Faulmann Küchen. »Das Dunkle wirkt beruhigend, intimer, gemütlicher – man kann in dunkler Umgebung leichter ›herunterkommen‹ vom Tagesstress. Wir kennen das schon von Hotelzimmern, Lounges und Bars.« Und da uns diese aufgrund der Pandemie wahrscheinlich noch ein Weilchen verschlossen bleiben, gibt es nichts Schöneres, als sich diese wohlige Atmosphäre in die Wohnküche zu holen. Faulmann weiter: »Natürlich gehört Mut dazu, sich eine dunkle Küche zu kaufen. Aber man hat dann ganz sicher kein 08/15-Produkt im üblichen, sicheren Weiß, sondern etwas ganz Persönliches, Besonderes, Individuelles.« Und das kann sicher kein Fehler sein!

Siematic: Eleganz und Wohnlichkeit

LIVING: Warum sind dunkle Küchen derzeit so aktuell?
Wolfgang Faulmann, Geschäftsführer von Faulmann & Faulmann Küchen: Dunkle Farben, auch schwarz, vermitteln immer eine ruhige und entspannende Atmosphäre. Wir kenne das schon von Hotelzimmern, Lounges und Bars. Das Dunkle wirkt beruhigend, intimer, gemütlicher, man kann in dunkler Umgebung leichter „herunterkommen“ vom Tagesstress. Außerdem geben dunkle Möbel oder Wände mehr Tiefe, alles wirkt größer, es erweitert den Raum. Natürlich gehört Mut dazu, sich eine dunkle Küche zu kaufen. Aber man hat dann ganz sicher kein 08/15-Produkt im üblichen, sicheren Weiß, sondern etwas ganz Persönliches, Besonderes, Individuelles.

Was macht den besonderen Reiz der SieMatic SLX-Serie aus?
Wolfgang Faulmann: Die Küche fügt sich immer besonders chic in offene Wohnräume ein, weil sie keinesfalls alltägliches Möbel ist. Die Schönheit des Ensembles, die Hochwertigkeit der verwendeten Materialien und die Raffinesse, mit der die Technik versteckt ist, das alles ist es, was so beeindruckt. Und trotz der vor allem dunklen Farben und Hölzer wirkt die SLX nie schwer, im Gegenteil, sie wirken leicht, schwebend, klar. Sie sind verspielt, setzen sich selbst ins rechte Licht, und ermöglichen wunderbare individuelle Planungen. Sie kommt zur rechten Zeit, und ist ein wunderbarer Richtungsweiser für die Designs der Zukunft.

Welches Accessoire ist in der Küche unverzichtbar?
Wolfgang Faulmann: 
Nun, ich selbst würde nie im Leben auf meinen Dampfbackofen verzichten wollen. Er ist einfach unentbehrlich, ich benutze ihn zum Dampfgaren, als reines Backrohr (selten), und am häufigsten die Kombination von Dampfgaren und Backofen. Es ist alles einfacher geworden mit diesem Gerät, alle Speisen gelingen, die Zeitplanung ist vereinfacht, und man hat einfach weniger Kochgeschirr und weniger Arbeit. Durch die gleichzeitige Nutzung mehrere Ebenen im Gerät spart man Zeit, und kann leichter alles gleichzeitig warm servieren. 

Ist Funktionalität noch immer das A und O, oder darf man auch wieder Wert auf reine Schönheit legen – jetzt, wo wir so viel zu Hause sind?
Wolfgang Faulmann: 
Wie sagt das Sprichwort? »Das Auge isst mit!«. Nun, da ist etwas sehr Wahres daran. Man kommt prinzipiell um die Funktionalität nicht herum. Diese muss einfach sein. Aber nun kommt es darauf an, wie fesch und clever man es verpackt. Und hier kommt der inspirierte Küchenarchitekt ins Spiel. Schöne Küchen müssen Möbelstücke sein, mit ansprechendem Design, etwas Besonderes, dass man lange besitzen und ansehen möchte. Sie sollen nach dem Salon, in dem auch gekocht wird, aussehen. Die Technik soll zu Gunsten der Wohnlichkeit zurücktreten, ja bei Bedarf sogar versteckt werden. Zum Beispiel Backofen und Dampfgarer hinter Einschubtüren, nur sichtbar, wenn diese geöffnet sind. Bündig eingebaute Kochfelder, die sich in die Arbeitsplatte perfekt integrieren. 

Leicht: »Dunkel ist das neue Weiss«

LIVING: Welche Küchentrends sehen Sie 2021 als dominant?
Alfred Cerny, Inhaber von Alles Küche:
Dunkle Küchen verlieren ihr Exotinnendasein und werden immer mehr nachgefragt. Es tut sich auch viel an der Front! Griffe auf Küchenkästen sind passé. Materialien müssen nicht nur auf den ersten Blick wirken, sondern sich auch im »Streicheltest« bewähren und dabei immer widerstandsfähig sein – wie die gerillte Echtholzstruktur beim Modell »Bossa« von Leicht. Außerdem erlauben offene Wohnküchen Flexibilität in der Planung, die Anordnung der geradlinigen Küchenzeile an der Wand plus einladender Kochinsel im Raum kristallisiert sich als innen-archi-tektonisch sehr ansprechende, aufgeräumte und gesellige Lösung heraus. 

Welche Eigenschaften machen die »Bossa« für Sie speziell?
Alfred Cerny: Mich spricht die Betonung der senkrechten Linien durch die vertikale Rillenfräsung an und auch der optische und haptische Kontrast, der durch die Kombination mit glatten Fronten entsteht.

Warum erlebt die Haptik von »echten» Materialien so einen Aufwärtstrend?
​​​​​​​Alfred Cerny: Wir erleben momentan viel Virtuelles, Vergängliches, Verunsicherndes. Die Menschen sehnen sich nach dem Echten. 

Dunkle Küchen sind en vogue. Mit welchen Materialien kombiniert man zum Beispiel Walnussholz am besten?
​​​​​​​Alfred Cerny: Entweder man bleibt im Farbton und setzt auch auf Geräte und Zubehör in Schwarz. Oder man sucht den Kontrast: Edelstahl – nomen est omen – wirkt dabei sehr edel, etwa die Gaggenau-»Serie 400« in Edelstahl.

Alfred Cerny, Inhaber von Alles Küche:
»Leicht bietet ideale planerische Möglichkeiten, die immer funktionieren. Das schafft für Planer Ruhe im Kopf und den Freiraum für kreative Lösungen.«

Kaffee am Morgen

… vertreibt Kummer und Sorgen – vor allem mit der Aromafunktion dieser geschmackvollen Kaffeemaschine. 

 

Scharfe Sache

Die einheitlich schwarze Beschichtung aus Titan macht die Messerserie »Ron« zur eleganten Ergänzung für jede Küche.

 

Growbox de luxe

Der »Plantcube« macht Schluss mit dem verdorrten Kräutergarten auf dem Fensterbrett.

 

Kugelig

… präsentiert sich der Wasserkessel »Mami« von Designer Stefano Giovannoni und bildet somit einen schönen Kontrast zu harten Kanten in der Küche.

 

Gut aufgehoben

… sind edle Tropfen in diesem mechanischen Flaschenregal aus Titan von Gioi.

 

© Falstaff - Kann Produktplatzierung enthalten

Breitwieser: Dunkler Kalkstein als Unikat

LIVING: Welcher Stein kam beim Projekt »Penthouse H.« zum Einsatz?
Manfred Breitwieser jun., Steinmetzmeister:
Wir haben gemeinsam mit Steinkogler Aigner Architekten den schwarzen Kalkstein »Pierre Bleu Pec« für die Küchenarbeitsplatte und die Raum-in-Raum-Installation ausgewählt.

Was zeichnet diesen Stein aus?
Manfred Breitwieser jun., Steinmetzmeister: 
Dieser Stein aus Belgien ist einer der härtesten Kalksteine und damit extrem gut für alle Bereiche geeignet, die eine hohe Belastung aushalten müssen. Die leichte flockige Mus-terung wirkt sehr homogen, was beim Einsatz an großflächigen Wänden viel Ruhe und eine gewisse Zeitlosigkeit vermittelt.

Welche Herausforderungen gab es bei der Umsetzung des Projekts?
Manfred Breitwieser jun., Steinmetzmeister: Die Architekten haben ein sehr schönes Ensemble entwickelt, ohne klassische Kochinsel. Wir haben – zusätzlich zur Arbeitsplatte – eine Art innere Fassade mit großen Platten realisiert. Die Fräsungen, Materialübergänge und homogen verlaufende Musterungen setzen den Stein in seiner ganzen Individualität in Szene.  

Worauf muss man bei der Konzeption und Pflege von dunklen Steinküchen achten?
Manfred Breitwieser jun., Steinmetzmeister: 
Stein ist grundsätzlich sehr widerstandsfähig und pflegeleicht, aber auch ein Naturprodukt. Das Material lebt immer mit der Benutzung mit – das macht es aber auch haptisch so angenehm und optisch so schön lebendig.  

Welchen Küchentrend sehen Sie im kommenden Jahr als dominant?
Manfred Breitwieser jun., Steinmetzmeister: Stein ist wieder voll im Trend, was hauptsächlich am Anspruch auf Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Individualität liegt.  

Manfred Breitwieser jun., Steinmetzmeister:
»Durch moderneBearbeitungstechniken sind der Vielfalt bei Design und Oberflächenstrukturen keine Grenzen gesetzt.«

Mix & Match

Mit dem funktionalen und ansprechenden Design dieses Handmixers hat Unit10 ins Schwarze getroffen.

 

Frisch gepresst

Ein Spritzer Zitronensaft im Drink gefällig? Kein Problem mit der Zitruspresse »Bulb« von Simon Stevens für Magisso.

 

Nobel-Hobel

Ein besonders schönes Tool für Käseliebhaber liefert Normann Copenhagen mit diesem Hartkäsehobel.

 

Küchenparty

Dieser schicke Bluetooth-Lautsprechergibt zweifellosden Ton an.

 

Glanzleistung

Die Kombination aus strukturiertem Schwarz und edlem Bronze macht diese Schälchen zum Hingucker.

 

Standing Ovations

… bekommt der Standmixer von Braun, der perfekt pürierte Smoothies zaubert.

 

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Team 7: Modern gelebte Rustikalität

LIVING: Dunkle Designküchen liegen voll im Trend. Woran liegt das?
Sebastian Desch, Head of Design, Team 7
: Schwarz und Anthrazit wirken besonders elegant und zeitlos. Auch dunkle Hölzer wie Nussbaum begeistern mit edler Anmutung und geheimnisvoller Schönheit. Neben einer modern interpretierten Rustikalität sind 2021 Küchen mit minimalistischer Ästhetik gefragt. Im Zusammenspiel mit dunklen Farben werden die feine Formensprache und der starke Designcharakter betont. Gleichzeitig strahlen dunkle Töne in Kombination mit Holz eine wohnliche Wärme aus.

Welche Hygiene-Vorteile hat Naturholz?
Sebastian Desch, Head of Design, Team 7: Holz ist ein lebendiges Material mit vielen positiven Eigenschaften. Wir behandeln Hölzer ausschließlich mit Naturöl. So bleibt die offenporige Oberfläche erhalten, und das Holz kann »atmen«. Es arbeitet dadurch wie eine Klimaanlage, absorbiert Gerüche und sorgt für angenehme Raumluft. Die antistatischen Eigenschaften reduzieren Hausstaub, und die offene Oberfläche wirkt antibakteriell. Holz ist also von Natur aus hygienisch, und Lebensmittel bleiben in diesem Umfeld länger frisch.

Worauf haben Sie bei der Konzeption von »Black Line« besonderen Wert gelegt?
​​​​​​​Sebastian Desch, Head of Design, Team 7
: Design und Wohnlichkeit miteinander zu verbinden! Durch die klare Linienführung und die dunklen Farbtöne ist der Entwurf betont elegant. Es soll gleichzeitig eine Wohlfühlküche mit lebendigem Charakter sein. Offene Elemente aus warmem Nussbaumholz heben die Nüchternheit der geschlossenen schwarzen Farbglasfronten auf. Auch die Schränke mit Rauchglastüren lockern das Gesamtbild auf. Sie erinnern an Vitrinen aus dem Living-Bereich und wirken sehr wohnlich. 

Sebastian Desch, Head of Design, Team 7:
»Nicht nur das Design macht die Küche zum Herz des Hauses, sondern vor allem, dass man sich darin wohlfühlen kann.«

Futuristisch

… wirkt die spacige Dunstabzugshaube, die über der Kücheninsel schwebt.

 

Mesmerizing

Besonders glamourös mutet dieser Toaster der »Mesmerine«-Kollektion von Kenwood an.

 

Das läuft ja wie geschmiert

Zumindest mit diesem Seifenspender in monochromem Mattschwarz von Thomas Dudzinski.

 

Natur pur

Geöltes Teakholz lässt dieses Schneidbrett besonders edel wirken. 

 

Klein, aber fein

Diese Mini-Plantbox verspricht frische Kräuter und Salatsorten auch ohne grünen Daumen.

 

Retro

… ist nur das Design von »Victoria« – technisch lässt der multifunktionale Herd keine Wünsche offen.

 

 

 

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Strasser: Regionale Schönheit

LIVING: Was macht den Naturstein »Moraine« für Sie besonders?
Johannes Artmayr, GF Strasser Steine:
Der Naturstein »Moraine« hat durch seine grün-graue Farbgebung einen beruhigenden Charakter, obwohl seine Oberfläche lebhaft erscheint. Das Erscheinungsbild, das an Steine in einem Gebirgsbach erinnert, spiegelt die Lebendigkeit und Energie der Natur wider! Weiters bringt »Moraine« alle positiven Eigenschaften mit, die ein Naturstein in der Küche haben muss. Er ist hitzebeständig, weitgehend kratz- und schnittfest, hygienisch und absolut pflegeleicht. Nicht zuletzt ist ein sehr großes Plus, dass dieser Naturstein aus den Alpen kommt und keine langen Transportwege auf sich nehmen muss.

Auf welchen Designkniff sind Sie bei der STONE besonders stolz?
Johannes Artmayr, GF Strasser Steine: Es ist schwer, nur einen hervorzuheben. Zu erwähnen sind auf jeden Fall das immer durchlaufende Strukturbild der zehn Millimeter dicken Steinfronten und in der Technik der patentierte Frontbeschlag.

Mit welchen Küchenaccessoires stattet man eine so kontrastreiche Oberfläche am besten aus?
Johannes Artmayr, GF Strasser Steine: Im Bereich der Küchenhochschränke reicht die Palette von dezent unifärbigen Flächen bis zu warmen Holztönen. Eine Natursteinküche in »Moraine« mit Innenausstattung in massivem Nussholz finden wir einfach unschlagbar! Bei den Accessoires sind praktisch keine Grenzen gesetzt – hochwertige Küchengeräte in Schwarz oder Edelstahl passen perfekt. 

Welches Küchentool ist für Sie unverzichtbar?
Johannes Artmayr, GF Strasser Steine: Natürlich die Natursteinarbeitsplatte, weil sie Charakter in die Küche bringt, hitzebeständig und hygienisch ist. Gleich dahinter kommt aber der Weinkühlschrank, weil zu einem guten Essen einfach ein guter Wein gehört!

Johannes Artmayr, GF Strasser Steine:
»Da noch nie so viel gekocht wurde wie in der Zeit des Lockdowns, hat die Küche allgemein eine zusätzliche Aufwertung bekommen.«

Genuss – das ist zentrales Thema der Falstaff-Magazine. Nun stellen wir das perfekte Surrounding dafür in den Mittelpunkt. Das Ambiente beeinflusst unsere Sinneseindrücke – darum präsentiert Falstaff LIVING Wohnkultur und Immobilien für Genießer!

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