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Die goldene Jahreszeit lässt die Flora ein letztes Mal so richtig aufflammen. Was das Gedeihen des rot-orange-gelben Feuerwerks ausmacht und was im Herbst im Garten zu tun ist, weiß der erfahrene Gartengestalter und Be»grün«der Jörg Zecha.

10 . September 2020

Es ist gerade der Herbst, in dem die Natur noch einmal zeigt, was sie kann. Ähnlich dem Frühjahr entfaltet sich ein Bollwerk an Farben, das sich nun – im Gegensatz zu den zarten Couleurs erwachender Pflänzchen – in einer ausgesprochen kräftigen Palette zeigt und auch die Früchte, die aus den Knospen entstanden sind, stolz präsentiert. »Es sind die weißen und rosa Herbstanemonen, die Herbstastern in allen Farben, die Fetthennen in wunderschönem Altrosa und die Rudbeckien mit ihren leuchtenden, gelben Blüten, die den Garten im Herbst zum Leuchten bringen«, weiß  Gartenexperte und Landschaftsgestalter Jörg Zecha von Arge Garten.

»Bei Pflanzkombinationen finde ich die Weißblüte der Herbstanemonen in Verbindung mit Gräsern immer einen sehr edlen Akzent. Sicher ein Highlight für den Herbstschmuck ist beispielsweise der Zierapfel, der oft noch weit in den Frost hinein mit seinen kleinen Früchten ein Eyecatcher ist. Auf Terrassen und Balkonen hingegen kann man mit japanischen Ahornarten wunderschöne Farbakzente setzen. Sie eignen sich auch ausgezeichnet als Topfpflanzen und sind von kleinstwüchsig bis groß verfügbar. Sie bestechen vor allem durch ihre stark ausgeprägte, relativ lang anhaltende Herbstfärbung von Gelb über Orange hin zum feurigen Rot.«

Augenweide und Gaumenfreude Was im Frühjahr als junge Blüte das Licht der Welt erblickt und über den Sommer heranreift, darf im Herbst endlich geerntet werden. Neben dem dekorativen und oft auch wohlschmeckenden Zierapfel sind es auch die Früchte des Dirndlstrauchs, die sich ausgezeichnet für Säfte und Marmeladen eignen.

Auch Feigenbäume halten immer häufiger Einzug in den heimischen Garten, da sie bis in den Herbst hinein schmackhafte, reife Früchte tragen können, und nicht zu vergessen: die Quitte mit ihrem herrlichen Duft, nennt Jörg Zecha nur einige von vielen Beispielen.

Das Farbenspiel der Herbststimmungen durch Blüten- oder Blattfärbung mit den ganz ausreifenden Gräserblüten ergibt wunderschöne Gesamtkompositionen.

Gartengestalter Jörg Zecha

Damit im Garten ein harmonisches Ensemble an Färbungen entstehen kann, ist es wichtig, schon beim Arrangement der Pflanzen ein paar Dinge zu beachten. »Bei den Pflanzkombinationen sollte man unbedingt das Wuchsverhalten der verschiedenen Arten berücksichtigen. Oft ist es auch notwendig, die höheren Herbststauden mit sogenannten Stützringen zu stabilisieren, damit sie nicht bei starkem Regen oder beim ersten Frost in sich zusammenfallen und sich dann nicht mehr aufstellen können«, rät der Gartenexperte, der vorausblickend denkt.

»Je früher man mit der Gartenplanung beginnt, desto besser, denn ein gut durchdachter Garten ist ein Projekt, das reifen muss. Ziel ist es ja, einen individuell maß­­­geschneiderten Garten zu erschaffen. Um diesen im Frühjahr anlegen zu können, ist es sinnvoll, mit der Planung im Herbst zu starten.«

Abschied und Vorfreude

Doch vor dem Frühjahr kommt der Winter, und auch dafür gibt es im Herbstgarten einiges vorzubereiten. So sollten etwa Blumenzwiebeln –  kleine wie die Traubenhyazinthe oder der gelbe Winterling oder größere wie Tulpe und Narzisse – unbedingt eingelegt werden. Gräser werden zusammengebunden und sind dadurch auch im Winter recht dekorativ. Die meisten Blütenstauden werden zurückgeschnitten, wobei das Schnittgut kompostiert werden kann und perfekten Dünger für das nächste Jahr liefert.

Der Rasen sollte gemäht werden, solange er wächst, und von abgefallenem Laub befreit werden. Eine letzte Düngung verleiht ihm einen vorwinter­lichen Gesundheitskick. All das gehört zur herbstlichen Pflichtkür. Gibt es absolute Don’ts? »Auf jeden Fall«, so Jörg Zecha. »Man darf den Garten nicht steril machen und alles an organischer Masse entfernen. Diese schützt die Pflanzen und bietet winterlichen Lebensraum für viele Kleintiere.«

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