© Sascha van der Werf

Die neue Arbeitskultur hat sich in der internationalen Office-Architektur niedergeschlagen. Ein Spaziergang durch die Welt der Kommunikation in den alten und neuen Hallen von IBM, Sky und Hutchison.

06 . Februar 2018 - By Wojciech Czaja

Es geht auch anders. So lautete der Werbeslogan bei der Fusionierung von Orange und Hutchison zum neuen Mobilfunkanbieter Drei im Sommer 2013. Aktuell bezieht sich das Motto auf die Umbauphase des in die Jahre gekommenen Bürogebäudes in der Brünner-Straße 52 in Wien-Floridsdorf. Denn wo einst traurig-graue Office-Zellen waren, erblüht das Büro nach dem Relaunch nun in neuen Farben und neuem Layout. »Wir haben 14 CI-Farben in sämtlichen Schattierungen und Intensitäten«, sagt Peter Haupt, Senior Head für Einkauf, Logistik und Facility-Management bei Hutchison, »und die finden sich auch in unseren neuen Büroräumlichkeiten wieder.« Doch das Gelb, Grün und Knallorange sind keineswegs nur eine Gute-Laune-Maßnahme, sondern auch eine Orientierungshilfe für die rund 1400 hier tätigen Mitarbeiter. Sowohl Farbpalette als auch Muster geben Auskunft über die genaue Lage am Areal, über die jeweilige Abteilung sowie über die genaue Funktion des sich hinter der Tür verbergenden Raums. »Der Bürokomplex wurde zwischen 1975 und 1993 errichtet, und diese Architektursprache wollten wir nicht leugnen«, erklärt Ewald Stückler, Geschäftsführer der mit dem Umbau beauftragten TOC ­Tecno Office Consult. »Daher haben wir uns entschieden, den mal klassischen, mal indus­triellen Look beizubehalten und ­lediglich punktuelle Akzente zu setzen.« 

Während der straßenseitige Bürotrakt elegant und gediegen gehalten und lediglich mit wenigen Farbakzenten aufgefrischt wurde, erstrahlen die ehemaligen Lager- und Logistikhallen im rohen Industrial Look mit Tetris-Motiven am Teppich, alumi­nium­verklei­deten Besprechungszimmern und
offen geführten Leitungen und Lüftungs­kanälen an der Decke. »Wir wollten nichts beschönigen, sondern das Haus so zeigen, wie es ist«, erklärt Stückler. »Ich denke, dieser unmittelbare, authentische Ansatz ­entspricht ganz und gar dem Geist der ­Marke Drei.« 

Auch das IBM-Gebäude am Wiener Donaukanal wurde erst unlängst einem Redesign unterzogen. Das 1969 errichtete Bürohaus wurde mit Lounges, Phone Booths und informellen Meeting Areas aufgewertet. »Aufgrund neuer Devices und neuer Technologien hat sich die Arbeitsweise in den letzten Jahren massiv verändert«, sagt Rainer Christofori, Projektleiter im Bereich Real Esta te Strategy and Operations bei IBM. »Das hat natürlich auch Auswirkung auf die Arbeitskultur im Unternehmen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, einen Teil unserer Büros diesem Wandel anzupassen.« 

Der Umbau auf der vierten Etage in den ­Abteilungen von Global Business Services ist nun abgeschlossen. Nach einer Evaluierungsphase sollen weitere Geschoße folgen. Dass Kommunikation unter Kollegen ein immer wichtiger werdender Part ist, beweisen auch viele Projekte wie etwa in ­London, Tallinn und Rotterdam. Einen zentralen Bestandteil nimmt dabei immer wieder die gemeinsame Begegnungszone zwischen den Arbeitsplätzen ein. »Die Kommunikation und der Kontakt zu den Menschen ist eine zentrale Qualität des neuen Arbeitens«, sagt Felicity Roocke, Geschäftsführerin beim internationalen Interior-Gestalter Hassell. »Das wirkt sich auch auf die Office-Architektur aus.« 

Eines der beeindruckendsten Projekte von Hassell ist das Headquarter des britischen Fernsehsenders Sky in West-London. Das Haus gleicht einem luftigen, lichtdurchfluteten Flughafen. Zusätzlich zu klassischen ­Besprechungsräumen gibt es viele informelle Bereiche, wo sich die insgesamt 3500 Mitarbeiter im gemütlichen Rahmen treffen können. So mancher Meeting-Bereich ähnelt dabei einem Wohnzimmer. Die Revolution hat begonnen.

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