© Dr. Artur Worseg

Eitle Wonnen: Interview mit Schönheitschirurge Dr. Artur Worseg

»Was ein Mann schöner is wie ein Aff, is ein Luxus«, ließ Friedrch Torberg einst seine Tante Jolesch sagen. Doch die Zeiten haben sich geändert! Männer sind heute bereit, sich zu quälen und viel Geld auszugeben, um ihre Eitelkeit zu befriedigen, weiß der Wiener Schönheitschirurg Dr. Artur Worseg.

23 . Dezember 2020

Gutes Aussehen und Jugendlichkeit wird derzeit mit Führungsqualitäten und Kompetenz
verbunden. Kein Wunder, dass der Druck auf die Männer steigt, sich zu pflegen und mit dem einen oder anderen Eingriff nachzuhelfen. Aber da wäre noch die Sache mit der Eitelkeit. Auch die mit großem Einsatz zu stillen, kommt laut Dr. Artur Worseg nicht zu kurz ... 

Man’s World: Wenn man den Aussagen vieler Frauen Glauben schenken kann, brauchen Männer länger im Badezimmer als sie selbst. Sind Männer eitler als Frauen?
Dr. Artur Worseg: 
Bei Frauen werden die Themen Unsicherheit mit ihrem eigenen Aussehen und Eitelkeit oft vermischt. Männer sind tatsächlich eitler, oft selbstgefällig, was ihr eigenes Aussehen betrifft und können sich nicht lange genug im Spiegel anschauen.

Woher kommt das?
Das ist schon im Tierreich zu beobachten, dass die Männchen meistens die sind, die sich mit schöneren Federn schmücken und mehr herumstolzieren. Vielleicht ist es evolutionsbedingt, dass die Männer die Frauen eher anziehen wollen, als die Frauen die Männer.

Dürfen Männer ihre Eitelkeit heute mehr ausleben als früher?
Männer dürfen heute ein bisschen weicher sein und Gefühle zeigen. Das alte Männerbild bricht, im aktuellen Zeitgeist ist es androgyner und deshalb dürfen sie ihre Eitelkeit auch ausleben. Aber sie werden dabei auch von ihren Frauen unterstützt. Etwa werden sie dazu animiert, Dinge auszuprobieren oder sich eine Creme zu kaufen. Früher war das nicht so.

Wozu sind Männer bereit, um ihre Eitelkeit zu befriedigen?
Diese Eitelkeit, was die Körperlichkeit angeht, ist ein ganz großer Faktor beim Mann. Deshalb sind sie auch bereit, sich zu quälen und viel Geld auszugeben. Man muss nur in die Fitnesscenter schauen. Ich glaube, die wenigsten gehen trainieren, um gesund und fit sein. Den meisten geht es einfach darum gut auszusehen. Dafür reicht schon ein Blick in die Männergarderobe. Vor den großen Spiegelwänden wird jede Pose, jede Bewegung genau analysiert. 

Guter Körper, gute Pose: Definierte Muskulatur muss man sich nicht mehr nur erarbeiten. Spezielle Verfahren beim Schönheitschirurgen können nachhelfen.

In welchem Alter beginnen Männer, sich so mit ihrem Aussehen zu beschäftigen, dass sie eine Verbesserungswürdigkeit erkennen?
Relativ früh, in meine Praxis kommen schon 20-Jährige. Die Obergrenze liegt bei 60 Jahren. Eben viele ältere Patienten, die in einem Beruf sind, wo sie glauben, jugendlich erscheinen zu müssen.

Eitelkeit ist eine Sache, aber gibt es auch einen gewissen gesellschaftlichen Druck, dem sich Männer heute ausgesetzt fühlen?
Bei Männern ist der Berufsdruck wesentlich, bei Frauen ist es mehr das Selbstwertgefühl, das über die Körperlichkeit aufgebaut wird. Männer kommen zu mir, wenn sie das Gefühl haben, dass sie in einer jungen Branche, wie etwa der Medienbranche sind, und mithalten wollen. Wenn sie in eine Führungsposition kommen haben sie oft das Gefühl, dass sie jetzt auch noch agil und jung ausschauen müssen. 

Welche Behandlungsmethoden sind im Moment gefragt?
Was momentan bei Männern sehr im Trend liegt, ist die sogenannte High-Definition-
Fettabsaugung. Dabei wird nicht nur Fett abgesaugt, sondern es wird durch spezielle Verfahren versucht, die Körpermuskulatur wie Sixpack, Schultermuskeln oder Brustmuskeln herauszuarbeiten.

Dr. Artur Worseg

  • 1959 Artur Worseg wird in Kärnten geboren.
  • 1988 Er promoviert an der medizinischen
  • Universität Wien und absolviert die Ausbildung zum Facharzt für plastische Chirurgie im Wilhelminenspital. Während seiner Studien-zeit absolviert er viele Auslands-aufenthalte, u. a. in China und Amerika.
  • 1997 Er übernimmt die Leitung des Ludwig Boltzmann Forschungsinstituts für endo-skopische Weichteilchirurgie und wirkt an der Entwicklung innovativer Operationstechniken in der plastischen Chirurgie mit.
  • 1998 Gründung des Aesthetic Center Wien.
  • 2008 entsteht daraus das Institut für plastische Chirurgie.
  • 2012 Gründung der Worseg Clinics GmbH.
  • 2016 Übernahme der Privatklinik Währing und der ärztlichen Leitung.
  • 2019 Sein erstes Buch »Deine Nase kann nichts dafür: Wie wir uns vor dem Schönheitswahn retten« erscheint.

worseg.at

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