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Das Badezimmer ist schon lange kein aseptischer Funktionsort mehr, sondern zur Oase des Körperkults avanciert. Wir haben die News, die demnächst den Markt fluten.

08 . Oktober 2018 - By Christoph Steiner

Macht man sich mit den aktuellen Trends im Badezimmer vertraut, schwappt die Bewusstseinswelle der vergangenen Jahre über. Das Bad hat sich laut Branchen-Insidern immer mehr vom unscheinbaren Ort zum wichtigen Platz der Entspannung und Regeneration entwickelt, hieß es etwa auf der Cersaie, der größten europäischen Messe für Architekturkeramik in Bologna.

Und in der Tat: Um den Wohlfühlfaktor zu erhöhen, setzt man neben betontem Minimalismus auch auf integrierte behagliche Formen, Materialien und Stile, eingebettet in eine gewisse Weitläufigkeit, womit das Wohn-Badezimmer nun zweifellos seine Berechtigung im Nassbereich erfährt. Die sogenannten neuen, großflächigen Raum-Oasen tragen ihren Namen zu Recht. Marken wie Antonio Lupi oder Arlex Italia machen es vor: eine frei schwebende Badewanne hier, eine Regendusche dort. Und weil man dem Namen auch wirklich Rechnung tragen möchte, finden auch Add-ons wie ein Kamin oder ein gemütlicher Fauteuil ihren Platz. Hauptsache großzügig und luxuriös, so das Credo in der Branche.

Tempel für Pflege-Rituale

Dabei zeichnet sich der Trend zum XXL-Bad schon seit einiger Zeit ab. »Wir stellen fest, dass Repräsentationsräume in den Hinter­-grund rücken, während Räume, die der Ins­zenierung des Ich dienen, eine steigende Bedeutung haben. Dies trifft vor allem auf das Badezimmer zu«, wissen Experten wie die deutsche Badplanerin Marie Striewe aus Hamburg. 
Aber was erhebt ein schnödes Badezimmer zum ultimativen Rückzugsort für Körper, Geist und Seele? Tatsächlich ist Platz dabei nur bedingt Voraussetzung. Wer auf eine frei stehende Badewanne verzichten kann, kann sich auch auf begrenztem Raum mit kleinen Tricks behelfen. 

»Für mich gehört eine schlaue und gleichzeitig stimmungsvolle Beleuchtung schon lange zu einem stimmigen Badkonzept«, verrät Striewe. Indirektes Licht sorgt dabei für Abwechslung und stilvolles Ambiente, geschickt platzierte Spiegel für mehr Raumtiefe. Bei Boden und Wand sind fugenfreie Flächen auf dem Vormarsch. Beton- oder Holzböden, die auch bei Grohe als Inszenierung zum Einsatz kommen, sorgen für noch mehr Wohnlichkeit. Auch bei Keramik und Armaturen ist ein neues Qualitätsbewusstsein spürbar. Serien wie die kürzlich lancierte »CleanLine« von Geberit oder »XSquare« von Duravit setzen auf eine moderne Optik – schlicht, elegant und vor allem zeitlos. Und das ist auch gut so. Denn so generös es bei mancher Grundfläche zugeht, so zurückhaltend gibt sich das Design und bietet umso mehr Platz zur eigenen Entfaltung.

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