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Draußen so schön und entspannt wie drinnen: Hochwertige, wetterfeste Materialien und stilvolle Design-Lösungen sorgen dafür, dass der private Outdoor-Bereich zum zweiten Wohnzimmer wird. Für die Open-Air-Saison 2020 gilt: ein aufregendes Spiel aus behaglichem Luxus, Naturnähe und neuen Perspektiven.

06 . Mai 2020 - By Uwe Killing

Ein Leben ohne meine Dachterrasse? Für mich unvorstellbar«, sagt Sebastian Herkner mit Nachdruck in der Stimme. Der Designer praktiziert seit Jahren, was viele Menschen in Zeiten des
unerwarteten privaten Rückzugs gerade ganz neu für sich definieren: die Verlängerung des Wohnens in den Außenbereich.

Mit der ersten Frühlingswärme orientiert sich der deutsche Produktdesign-Star in seinem Haus in Offenbach »nach oben«, wo der  Alltag unter freiem Himmel fortgesetzt wird: »Dann spielt sich mein Leben weitgehend auf der Terrasse ab. Denn hier kann ich arbeiten und entspannen, auch meine Freunde zum Grillen oder auf einen Drink einladen.«

»Outdoor ist das neue Indoor«, formuliert Herkner sein Credo. Was in der Umsetzung bedeutet: Man stellt nicht – wie in früheren Zeiten – die Gartenstühle oder die Rattan-Liege vor die Tür. Vielmehr gestaltet man den Außenbereich nach den gleichen Ansprüchen, die für die Inneneinrichtung gelten. »Ein lässiges, gemütliches Sofa«, so Herkner, »soll mir meinen gewohnten Komfort schaffen.« Zugleich sollte es gemäß dem persönlichen Stilempfinden und dem verfügbaren Raum kombinierbar sein – erweitert zur kleinen Lounge genauso wie zur mondänen Polsterlandschaft. Akzentuiert wird der Look durch die Auswahl weiterer Sitz- und Liegemodule, Hocker und  Beistell-optionen, Lampen oder auch Teppiche.

Indem sich unser Wohnen öffnet, verändern sich die Anforderungen an Ambiente und Beschaffenheit. »Das Design von Innen- und Außenmöbeln ist im Premiumbereich in den vergangenen Jahren noch stärker verschmolzen«, bestätigt Philipp Weishäupl, Geschäftsführer der Weishäupl Werkstätten. Das bayerische Familienunternehmen startete vor 50 Jahren mit der Fertigung hochwertiger Sonnenschirme. An der Firmen-Erfolgsgeschichte lässt sich die Entwicklung des boomenden Segments gut ablesen: Von robusten Gartenmöbeln, die vor Sonnenbestrahlung geschützt werden müssen, hin zu Outdoor-Living-Objekten, die Wohnlichkeit und Wärme ausstrahlen, deren Hightech-Innen-leben zugleich UV-Beständigkeit und Wasserresistenz garantiert. Weishäupl hat mit »New Hampton« inzwischen eine komplette Lounge-Linie im Programm.

Outdoor ist das neue Indoor. Ein lässiges, gemütliches Sofa soll mir auch draußen meinen gewohnten Komfort schaffen.

Sebastian Herkner, Designer

Ein Sommerregen kann einem Sofa der Premium-Klasse nichts anhaben. Und mitgelieferte Schonbezüge helfen, die Möbel auch in der kalten Jahreszeit nicht verrücken zu müssen. »Oh, it rains!« – Unter diesem Namen haben die italienischen Möbelbauer von B&B Italia jüngst ihre erste Zusammenarbeit mit Philippe Starck vorgestellt. Bei dem Design-Guru wird die Sofa-Rückenlehne mit einem leichten Handgriff heruntergeklappt – und dient dann als formschöner Polsterschutz. Das originelle Projekt bestätigt auch, dass immer mehr namhafte Designer das Outdoor-Segment mit ihren Ideen veredeln, darunter Jasper Morrison (Kettal), Paola Navone (Gervasoni) oder Stefan Diez (Gandia Blasco). 

 Für die Outdoor-Saison 2020 überwiegen zwei klare Trends: einerseits der urbane Loft-Look mit tief liegenden, ausladenden Polstern, anderseits der eher zurückhaltende Scandi-Style. Wobei die Grenzen offener denn je sind: Modul-Systeme und eine Vielfalt an Farben und Stoffen ermöglichen individuelle Lösungen. Dabei erlebt  Teakholz in der nachhaltigen Verwendung einen neuen Boom. Bei den Füßen setzt sich beschichtetes Aluminium immer stärker durch. Naturtöne wie Sand, Salbei oder Cashmere sind die Trendfarben bei den Bezügen, zugleich gilt die Devise »Mehr Farbe für das Leben im Freien«. Was kein Widerspruch sein muss. Denn knalligere Töne lassen sich auch wunderbar über Kissen, Decken, Lampen oder Barmöbel umsetzen.

Designer Sebastian Herkner betont mit seiner aktuellen Kollektion »Mbarq« für die Marke Dedon, wie wichtig für ihn das Prinzip Flexibilität ist: »Ich suche draußen einerseits Behaglichkeit und Schutz, andererseits möchte ich mich zur Natur hin öffnen.« Herkners kreative Antwort: »Mbarq« gibt es in zwei Varianten, wobei die mit der höheren Rückwand Bezug auf eine Alkove nimmt – eine Bettnische, wie es sie früher in Bauernstuben gab. Herkner: »Wenn ich zwei Sofas einander gegenüberstelle, schaffe ich mir eine Kapsel. Ich kann sie aber auch jederzeit verrücken, andere Atmosphären schaffen.« Die Seiten sind aus wetterbeständigem Flechtwerk. Ein entscheidendes Detail für Herkner: »Da geht der Wind durch, und das schafft sofort Transparenz und einen Naturbezug.«

Immer mehr namhafte Designer veredeln das Outdoor-Segment mit ihren Ideen – darunter Philippe Starck, Jasper Morrison oder Paola Navone.

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