© Wittmann

Paradiesisch: Die neue Wittmann Bettenkollektion

Wittmann und Luca Nichetto verbindet mehr, als die Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Kollektion. Es ist die Wertschätzung von unverkennbarem Design und meisterhafter Handwerkskunst, die die niederösterreichische Traditionsmanufaktur und den Designer – jüngst auch Wittmann Art Director – zusammengeführt hat.

23 . Oktober 2021

 

Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass sich die Design-Renaissance zunehmend auch auf den Schlafbereich erstreckt - Farben, neue Materialien, neue Formen und Gestaltungen halten Einzug in diesen, typischerweise eher traditionellen und konservativen, Wohnraum. Was ist Ihre Perspektive hierzu?

Die Bedeutung unserer Lebensräume verändert sich laufend und das eröffnet uns immer wieder neue Sichtweisen und Möglichkeiten. Unser Leben besteht aber auch aus Ritualen. Wir umgeben uns gerne mit Dingen, die diese Rituale für uns widerspiegeln. Das Schlafzimmer ist dabei längst nicht mehr ausschließlich Rückzugsort für die Nacht. Wir nützen es häufiger und vielseitiger. Wir legen mehr Wert auf eine individuelle Ausstattung und versammeln in diesem Raum Gegenstände oder Möbelstücke, die unsere Persönlichkeit unterstreichen. Das Bett ist dabei ein ganz zentrales Element.

In Ihrer gemeinsamen Workshop Kollektion mit Wittmann stellen Andes und Paradise Bird ganz spezielle Designserien dar. Was war Ihre Inspiration für diese Kreationen?

Es gab zwei sehr unterschiedliche Herangehensweisen bei der Gestaltung der Betten: Andes ist wie eine Hülle, die die Matratze umfängt. Kopfhaupt und Bettbasis sind eine homogene Einheit und zeigen dieselbe Ästhetik und elegante, organische Linienführung wie das Andes Sofa, das ja der erste Entwurf dieser Serie war. Paradise Bird hingegen basiert auf dem klassischen Konzept, Kopfhaupt und Basis separat zu betrachten. Dass die beiden Abstellflächen fließend und unterstützend in Haupt und Basis integriert sind, ist eine spannende Zusatzfunktion. Mit beiden Projekten wollen wir die hohe handwerkliche Qualität von Wittmann unterstreichen und den Kern der Marke nicht nur einfließen lassen, sondern deutlich wahrnehmbar machen. Und wir verstehen diese Designs natürlich als Hommage an das Erbe Josef Hoffmanns, das eine wichtige Inspirationsquelle war.

Für beide Serien, Andes und Paradise Bird, haben Sie sehr markante Designs für das Schlafzimmer geschaffen. Was waren Idee und Vision dahinter?

Manchmal erschließt sich das Potential eines Projektes dann, wenn man die ersten Prototypen sieht. Sowohl Andes als auch Paradise Bird entstanden zunächst als Sitzmöbel. Sowohl bei den Sitzmöbeln wie bei den Betten stand stets der Mensch im Vordergrund und Fokus: Wie wir leben, wie wir entspannen und ausruhen, wie wir schlafen – viele dieser Verhaltensweisen sind aktiv in den Designprozess eingeflossen. Die Chance, neu an die Gestaltung aller Lebensbereiche heranzugehen – vom Wohnzimmer über das Esszimmer und den Arbeitsbereich bis zum Schlafzimmer – eröffnet neue Formen und Möglichkeiten der Nachhaltigkeit. Denn ein solcher ganzheitlicher Zugang umfasst nicht nur Langlebigkeit und Qualität der Entwürfe, sondern auch jene der zu Grunde liegenden Ideen und letztlich auch der erforderlichen Investitionen. Aus meiner Sicht haben die Projekte einen starken humanistischen Charakter. Sie verkörpern beinahe eine Art neuen Renaissance Ansatz: Hohe Handwerkskunst, zugänglich für jedermann.

Mit jedem seiner Designs teilt der Designer auch etwas von seiner Persönlichkeit mit dem Publikum. Auf welche Elemente der Andes und Paradise Bird Betten trifft dies bei Ihnen zu? Womit identifizieren Sie sich besonders?

Meine Persönlichkeit fließt ganz klar in jedes Projekt, in jede Partnerschaft ein. Ich zitiere dazu gerne einen alten Meister des italienischen Designs – Vico Magistretti – der sagte, dass der Hersteller die Mutter eines Produktes ist und der Designer sein Vater. Mir gefällt die Vorstellung, dass die Produkte, die in der Zusammenarbeit mit Wittmann entstehen, die DNA beider Seiten in sich tragen. Es ist schwer zu sagen, wer welche Charakterzüge beigetragen hat. Unsere Partnerschaft ist eine perfekte Symbiose. Wahrscheinlich hatten wir ganz einfach ein gemeinsames Hauptziel: Den Wert und die Qualität von echtem Handwerk zu unterstreichen.

Worin liegt der wesentliche Unterschied in der Entstehung der Modelle Andes und Paradise Bird, einerseits für den Wohnbereich und andererseits für das Schlafzimmer? Welche besonderen Aspekte haben Ihre Ideen bei diesen Entwürfen beeinflusst?

Um ehrlich zu sein führte der Kern dieser Produkte und ihr Entstehungsprozess ganz von selbst dazu, an einer Tag/Nacht Variante zu arbeiten, auch wenn das nicht der ursprüngliche Gedanke war. Es ist ganz wunderbar, wenn ein Projekt überraschende und schöne Wendungen nimmt und sich entwickelt – speziell, wenn man als Designer mit einem so talentierten und erfahrenen Team arbeitet. In solchen Momenten erkenne ich, wie glücklich ich sein darf, mit meinen Entwürfen anderen Menschen Freude zu bereiten.

Seit mehr als zwei Jahren arbeiten Sie mit Wittmann an der gemeinsamen Workshop Kollektion. Kürzlich wurde diese Zusammenarbeit auf eine neue Ebene gehoben, als Sie die Rolle des Art Directors übernommen haben. Was ist das Erfolgsgeheimnis dieser Partnerschaft? Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an Wittmann? Was schafft den Mehrwert für Kunden und legt damit die Basis für künftiges Potenzial?

Wittmann begleitet mich seit meiner Studienzeit in Venedig: Mein damaliger Professor Paolo Piva sprach über die handwerkliche und hochqualitative Umsetzung seiner Entwürfe durch Wittmann. Paolo war ein großartiger Designer. Seine Lehren und Herangehensweisen haben deutlich Einfluss auf meine persönliche wie berufliche Entwicklung genommen. Seit dieser Zeit verfolge ich die Aktivitäten von Wittmann. Die Zusammenarbeit mit Jaime Hayon, mit dem mich eine enge Freundschaft verbindet und den ich als Künstler und Designer sehr schätze, hat die Marke definitiv mit neuem Leben erfüllt. Jaime hat die kreative Entwicklung Wittmanns in neue Bahnen gelenkt. Das gab wohl den Ausschlag, dass sich unsere Wege vor zwei Jahren gekreuzt haben. Vom ersten Moment an hatte ich das Gefühl, dass sich ein Kreis schließt. Ich zögerte keine Sekunde, diese Kooperation einzugehen und damit den Grundstein für unsere Kollektion zu legen. Aufbauend darauf ist es mir eine Ehre und eine große Verantwortung, nunmehr die Rolle des neuen Art Directors für Wittmann einzunehmen. Ich denke, dass unsere gemeinsamen Visionen von zeitgemäßem und zukunftsweisendem Design sowie unser hoher Respekt für echtes Handwerk, wahre Produktqualität und die daraus folgende Langlebigkeit und Nachhaltigkeit zur starken Botschaft werden können. Wittmann kann österreichisches Handwerk ins Zentrum des internationalen Designgeschehens rücken. Ein Platz, den es vor rund 100 Jahren bereits innehatte. Wie gesagt – es ist eine große Verantwortung aber ich bin sehr glücklich und freue mich auf die gemeinsame Reise.

Weitere Informationen auf www.wittmann.at

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