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Wie sich feministische Stimmen in der patriarchalischen Designwelt behaupten und warum gerade New York den idealen Nähr­boden für die Zukunft bietet.

08 . Januar 2019 - By Christoph Steiner

Gemeinsam Stark

»Ideen, die wir gemeinsam entwickeln, sind deutlich erfolgreicher als Alleingänge«, erklärt Stephanie Beamer. Sie ist gemeinsam mit Crystal Ellis und Hillary Petrie Gründerin des Designstudios Egg Collective. Kennengelernt haben sich die drei Frauen aus dem Mittleren Westen bereits während ihres Architektur­studiums. Schon damals fasste das Trio den Entschluss, zusammenzuarbeiten und ein kreatives Kollektiv zu gründen. Der erste Berufswunsch wurde bald zugunsten des Interior-Designs geändert. »Gerade die kurze Dauer des Fertigungsprozesses von wenigen Wochen anstelle mehrerer Jahre hat etwas unglaublich Bestätigendes«, heißt es von dem Trio dazu. Der skulpturale Anspruch ist trotzdem geblieben – gepaart wird er »mit Funktionalität und einer Liebe zum Detail«. Damit konnte sich Egg Collective weit über die Grenzen seiner neuen Wirkungsstätte New York einen Namen machen und will auch die nächste Generation bestärken. Rund ein Fünftel des Gewinns geht deshalb an eine wohltätige Organisation, die junge Frauen fördert.

Einzelkämpferin

»Warum auf nur ein Medium beschränken?«, so scheint das Motto von Möbel-Designerin Anna Karlin zu lauten, die sich ebenfalls die Titel Dekorateurin, Set Designerin, Art Director und seit Kurzem auch Schmuckdesignerin auf die Visitenkarte drucken könnte. Damit ist sie auf gut Deutsch ein Hansdampf in allen Gassen, von denen keine eine Einbahnstraße zu sein scheint. »Im Moment fühlt es sich so an, als würde sich alles natürlich entwickeln und wachsen«, meinte sie auch kürzlich bei der Eröffnung ihres Showrooms. Die gebürtige Londonerin mit Abschluss an der Glasgow School of Art hat sich in einer ehemaligen Druckerei in Chinatown niedergelassen. Das industrielle Ambiente bietet dabei den idealen Gegenpol zu ihrer poetisch anmutenden Designsprache, die sie selbst gern als »klassisch mit einem Twist« bezeichnet. Neben der offensichtlichen Vorbildwirkung als erfolgreiche Geschäftsfrau beweist sie mit ihrer Arbeit auch, dass Design von Frauen nicht zwangsläufig ultra-feminin oder überdekoriert sein muss. Im Gegenteil, »selbst Eklektik muss nicht immer laut sein«, so ihre starke Ansage.

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