© Marwan Harmouche, Mark Hanauer

Die Liebe zu kruden Materialien wie Bronze und Aluminium vereint diese zwei Jungdesigner. Doch das Endresultat könnte nicht unterschiedlicher sein.

18 . Juni 2019 - By Sandra Keplinger

Intuitive Formen

Als emotionsgetrieben und launig könnte ­man die ungewöhnliche Formenwelt des Norwegers Sigve Knutson bezeichnen. Der 28-Jährige machte seinen Master in Contextual Design an der Akademie in Eindhoven und liebt es, spielerisch Konzepte zu verwirklichen: »Mich fasziniert es, intuitiv an Projekte he­ranzugehen, anstatt alles gut zu planen und weichzuzeichnen.« Als weichgezeichnet kann man seine Designs tatsächlich nicht bezeichnen. In seinem Osloer Atelier wird präzise an Metallen gehämmert, Aluminium gegossen oder Maisstärke geformt. Das Resultat sieht oft mehr wie eine Skulptur als wie ein funktionierender Gegenstand aus. Doch gerade die unerschrockene Experimentierfreude macht Knutsons Designs so spannend. So verwandelt sich ein Kleiderständer in ein imaginäres Comicwesen mit ­drei Armen oder ein Hocker in eine stark verzweigte Waldlandschaft. Dass seine abs­trakten Werke in der Kunst- und Designszene sehr geschätzt sind, beweisen seine ersten Soloshows in der Galerie Gerhardsen Gerner in Oslo und im Akershus Kunstsenter in Lillestrøm.

Planschmiede

David Wiseman gilt als einer der Shootingstars schlechthin. Sei es wegen seiner unverfrorenen Liebe zur Schönheit, die manche als Kitsch bezeichnen würden, oder dem Fakt, dass er alle Arbeitsschritte von der Skizze bis zum fertigen Objekt selbst ausführt. Wiseman lässt sich von der Natur inspirieren und holt sie in verschiedensten Formen in den Innenraum. International machte er spätestens mit einer Installation für Dior und einem darauf folgenden »Lady Dior«-Taschendesign von sich reden. Nun stellt der 37-Jährige das erste Mal in der Kasmin Gallery in New York aus und reiht sich somit ­in die Liste großer Namen wie Les Lalanne oder Mattia Bonetti ein. Und dann ist da noch ein anderes großes Projekt: Auf über 9000 Quadratmetern am Los Angeles River entsteht ein neues Atelier mit Showroom. Ein würdiger Ort des Schaffens für das Wiseman Studio, das er erst kürzlich mit seinem Bruder Ari Wiseman gründete: »Es ist ein unglaublicher Nervenkitzel, unabhängig zu sein und das Schiff selbst zu steuern«, sagt Wiseman, der nach dem Motto »Only the sky is the limit« zu leben scheint.

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