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Grenzenlose Inspiration: Wie zwei Designer traditionelles Handwerk und Moderne verbinden und dabei vor allem im arabischen Raum fündig werden.

18 . Oktober 2018 - By Christoph Steiner

Auf Gozo (Malta) geboren, pendelt Francis Sultana zwischen seiner Heimat und seinem beruflichen Zentrum London. Dort hat sich der Innenarchitekt und Interior-Designer schon im zarten Alter von 19 Jahren einen ­Namen gemacht und es als Autodidakt, nicht zuletzt dank Mentoren wie Galerist ­David Gill, bis an die Spitze geschafft. Vor allem Kunstsammler schätzen seinen Stil: kaum ­eine private Sammlung, bei deren Einrichtung er nicht beratend zur Seite steht. Zusätzlich lanciert er jährlich eigene, limitierte Interior-Kollektionen, die selbst als Kunstwerke durchgehen. Sein Stil: eine Hommage an die 1920er- und 1930er-Jahre mit Einflüssen aus aller ­Welt und speziell dem arabischen Raum, die ­er geschickt mit einer modernen Formensprache verbindet. Dabei beweist Sultana nicht ­nur stilistisches, sondern auch diplomatisches Geschick, etwa als er vergangenes Jahr Maltas Comeback bei der Biennale inszenierte. Kaum verwunderlich, dass er kürzlich offiziell zum Kultur­botschafter seiner Heimat ernannt wurde. Inoffiziell ist er das schon seit Jahren.

Kosmopolitin

Fusionsköchin der Interior-Branche: Nada Debs ist, wenn man so will, aktuell die wohl heißeste Newcomerin, wenn es um den gekonnten Mix aus arabischer Handwerks­­­kunst mit modernen Einflüssen aus aller Welt geht. Ob mit aufwendigen Schnitzereien, detaillierten Intarsien, die sie etwa in Form von zarten Ornamentbändern ungewohnt feminin interpretiert, oder in Acryl einge­lassener Spitze: Sie trifft den Geschmack einer mondänen Zielgruppe. Letzteres er­klärt sich auch durch ihr eigenes, durchwegs bewegtes Leben. Geboren im Libanon, ist Debs in Japan auf­gewachsen und hat in den USA, konkret an der Rhode Island School of Design, studiert. Nach einem Zwischenstopp in England führte sie ihr Weg zurück zu ihren Wurzeln nach ­Beirut, wo sie seither lebt und arbeitet. »Jemand muss die Handwerkstra­dition aus dem Nahen Osten bewahren«, so Nada Debs, »und ich glaube, das ist meine Berufung – ebenso wie meine zeitgemäße Übersetzung in ein lebendiges Hier und Jetzt.« Ein Erfolgsrezept. 

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